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300 Brücken und viel Kultur in Burg (Spreewald)

300 Brücken und viel Kultur in Burg (Spreewald)

Sogar einen Kurfürstendamm gibt es in Burg (Spreewald), aber nur 4242 Einwohner. Die leben auf einer Fläche von 3500 Hektar, umgeben von Wiesen, Wäldern, Fließen und: Ruhe. In der Siedlung, die als größte Flächengemeinde Deutschlands gilt, verteilen sich die Menschen – manchmal weiß man gar nicht, ob man überhaupt noch in einem Ort ist. So ist das in Burg (Spreewald), dessen Ortsteile Burg-Dorf, Burg-Kolonie und Burg-Kauper durch die Ringchaussee verbunden sind. Der viele Platz sperrt Hektik beinahe automatisch aus.

Burg (Spreewald): 194 Fließe und einsame Höfe

Ein Netz aus 194 befahrbaren Fließen zieht sich durch Burg (Spreewald), einer der längsten Wasserläufe ist das 25 Kilometer lange Große Fließ. 300 Brücken, im Spreewald Bänke genannt, überspannen die Fließe. Dazwischen liegen einsame Höfe, größere Siedlungsbereiche und vor allem Natur. Der Kurfürstendamm von Burg ist eine schmale Straße, auf der man häufiger einer Katze begegnet als einem anderen Auto. Rechts und links verteilen sich ein paar Höfe, ansonsten Wiesen, Bäume und Ruhe.

Eine Burg gab dem Ort den Namen

Das Gebiet war schon in der Jungsteinzeit bewohnt, der Ort wurde nach einer Burg am Schlossberg benannt. Das Leben dort war allerdings alles andere als leicht. Die moorige Landschaft machte den Hausbau und die Landwirtschaft zur Herausforderung. Die Häuser entstanden vor allem auf den Kaupen, den meist hochwasserfreien Anhöhen zwischen den Fließen.

Reizvolle historische Häuser

Wer Burg (Spreewald) besucht, das ungefähr 30 Kilometer von Lübben entfernt liegt, der sollte sich einige der Bauwerke genauer ansehen. Zum Beispiel den Bahnhof, der 1889 eröffnet wurde und Station der 1970 stillgelegten Spreewaldbahn war. Heute ist er ein mit viel Liebe zum Detail eingerichtetes Restaurant mit Originalteilen der „Bimmelguste“ genannten einstigen Bahn. Reizvoll und denkmalgeschützt sind auch viele Häuser an der Ringchaussee (Nr. 8, 48, 60, 132, 135, 146), die allerdings keine Museen, sondern private Häuser sind, die man nur von außen betrachten kann.

Besuch am Bismarckturm

Bismarckturm

Bismarckturm F.: geoworld /Pixabay

Besichtigen kann man die 1799 bis 1804 erbaute Pfarrkirche mit der 1883 gepflanzten Luther-Eiche davor. Und man sollte sich Zeit nehmen für den 27 Meter hohen Bismarckturm auf dem Schlossberg. Das Bauwerk wurde 1917 fertiggestellt und ist ein Wahrzeichen der Stadt.

Von seinen  Aussichtsplattformen in fünf (26 Stufen) und 18 Metern Höhe (noch einmal 85 Stufen) hat man eine schöne Weitsicht – die Anstrengung des Treppensteigens lohnt sich sehr. Geöffnet ist der Bismarckturm aufgrund von Corona zurzeit dienstags bis sonntags von 12 bis 16 Uhr. Der Eintritt kostet drei, für Kinder einen Euro.

Wer schon einmal da ist: Ganz in der Nähe des Turms, an der Landstraße nach Byhleguhre, steht die Weidenburg, ein sehr eindrucksvolles, komplett aus lebenden Weidenruten bestehendes Bauwerk, das der Schweizer Architekt Marcel Kalberer erschaffen hat. 

Die Heimatstube lädt zur Zeitreise ein

In der Heimatstube Burg, untergebracht in einem restgedeckten Spreewald-Blockhaus, bekommt man einen Einblick in den Alltag unserer Vorfahren. Die Räume sind eingerichtet wie zu alten Zeiten. Man kann Trachten, Gerätschaften und anderes sehen. Adresse: Am Hafen 1, geöffnet aufgrund von Corona mittwochs bis sonntags, 12 bis 19 Uhr, Eintritt: 2,50 Euro, Kinder 1,50 Euro. Übrigens: Jedes Jahr im August (wegen Corona wieder am 28/.29. August 2021) findet das Heimat- und Trachtenfest in Burg (Spreewald) statt. 

Spannendes über Gewürzpflanzen 

Sehr lohnenswert ist auch der Besuch im Arznei- und Gewürzpflanzengarten Burg (Spreewald). Dort wachsen 600 heimische Pflanzenarten, darunter alte Heil-, Gewürz- und Nutzpflanzen wie Lein und Buchweizen, außerdem historische Getreide- und Kartoffelsorten. Geöffnet ist der Park an der Byhleguhrer Straße 17 zwischen Mai und Ende September dienstags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 11 bis 15 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 16 Uhr. Eintritt mit Führung: 5 Euro.

Spreewälder Spezialitäten im Restaurant 17fuffzig

Zumindest der Lein begegnet den Menschen im Spreewald sehr häufig – in Form von sehr leckerem Öl, das zu Pellkartoffeln mit Quark gereicht wird und eine echte Delikatesse ist. Wer spreewaldtypische Küche in Sternequalität probieren möchte, sollte einen Tisch im Restaurant 17fuffzig im Hotel „Bleiche“ reservieren. Dort serviert Küchenchef Alexander Müller französisch inspirierte Hochgenüsse mit regionalen Zutaten. Dafür wurde er vom Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet.

Kahntouren auch im Winter

Wenn es Winter wird, dann ist es in Burg (Spreewald) noch stiller. Kahn-Touren vom Spreehafen Burg aus gibt es trotzdem. Dann kuschelt man sich in Decken, wärmt sich vielleicht an einem heißen Glühwein, während der Kahn durch die zauberhafte Landschaft gleitet. Mindestens genauso romantisch sind die Kaminkahnfahrt (mit echtem Kamin!) und die Lichterkahnfahrt. Auf die Mondscheinfahrten, die im Sommer angeboten werden, muss man dann allerdings verzichten.

Spa und Therme

Aufwärmen kann man sich anschließend im Spa des Hotels Bleiche oder in der Spreewaldtherme, deren Thermalsole aus über 1000 Metern Tiefe kommt und zu der eine moderne Bade- und Saunalandschaft gehört. Mit Dampfbad im Gurkenfass, Packungen aus Spreewald-Algen und Ausblick auf die stille Landschaft von Burg im Spreewald.

Burg (Spreewald) – Infos

  • Anfahrt: A 15 Richtung Cottbus bis Ausfahrt Vetschau, Vetschauer Straße bis Burg (Spreewald)
  • Burg (Spreewald) im Internet
  • Tourist-Info: Haus des Gastes, Am Hafen 6, 03096 Burg (Spreewald), Tel.: 035603-75016-0

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