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Atemberaubendes Riesenland: Kanada

Wer Kanada beschreiben will, der merkt sehr schnell, dass das eine Herausforderung ist. Wie soll man  den flächenmäßig zweitgrößten Staat der Erde (mit ungefähr zehn Millionen Quadratkilometern) mit seiner unglaublichen Natur und dem vielen Platz für wenige Einwohner (insgesamt sind es weniger als 32 Mio. Menschen – 3,4 pro Kilometer) denn in Worte fassen?  Einen Versuch ist es wert…

Die ersten Siedler in Kanada waren Indianer

Seinen Namen verdankt Kanada übrigens dem Begriff „kanata“, was in der Sprache der Irokesen-Indianer „Dorf“ bedeutet. Tatsächlich waren Indianer die ersten, die das Gebiet vor etwa 12.000 Jahren besiedelten. Im 15. Jahrhundert kamen die Engländer und Franzosen, und das ist wohl auch der Grund dafür, dass das Land heute zweisprachig ist. Die meisten Provinzen haben Englisch als Amtssprache, in der Provinz Québec mit der Stadt Montréal wird französisch gesprochen. Staatsoberhaupt ist die englische Königin.

Reise durch ein Riesenland 

Ein Urlaub in Kanada reicht nur für einen kleinen Teil des Landes. Was bedeutet, dass man nur eine vage Vorstellung von der schieren Größe bekommt. Von Norden nach Süden sind es 4634 Kilometer, von Osten nach Westen 5514 Kilometer, die Grenzlinie zu den USA ist sogar fast 9000 Kilometer lang! Kein Wunder, dass es schwer ist, ein kurzes Porträt über Kanada zu verfassen.

Hohe Berge und Millionen Seen

Die Landschaft ist einfach zu vielfältig: Es gibt hohe Berge (der höchste ist mit 5959 Metern der Mount Logan in den Rocky Mountains), riesige Flüsse wie den St.-Lorenz-Strom oder den Yukon River, zwei Millionen Seen, von denen der Große Bärensee mit über 31.000 Quadratkilometern der größte ist. Außerdem Tundra-Landschaften, landwirtschaftlich genutzte Flächen und schroffe Küsten. Das Klima schwankt je nach Gebiet zwischen polar und gemäßigt – minus 50 Grad im Winter sind ebenso normal wie plus 45 Grad.

Atemberaubende Natur

Städte wie Toronto, Vancouver, Ottawa oder Montréal sind spannend, weltoffen und überaus sehenswert, aber die meisten Reisenden kommen noch eher wegen der Sehenswürdigkeiten von den Niagarafällen, dem Rideau-Canal (der ältesten künstlichen Wasserstraße Nordamerikas) und der Natur. 70 Prozent des Landes sind Wälder oder andere Naturlandschaften, in denen Tiere vom Eisbären über den Elch und den Schwarzbären bis zum Buckelwal leben.

Wobei man eher den Wapitis begegnet, die ein bisschen Ähnlichkeit mit unseren Hirschen haben. In den Wäldern kann man mit etwas Glück im Sommer Zugvögel wie den Kardinal oder den Weißkopfseeadler beobachten.

Berühmter Nationalpark: Banff

Zu sehen gibt es geradezu unglaublich viel: In der Provinz Neufundland etwa steht einer der größten Nadelwälder der Welt, in anderen Provinzen überwiegen Mischwälder, die im Herbst so bunt werden, dass sie zu brennen scheinen. Es gibt Naturschutzgebiete wie den Algonquin Provincial Park in Ontario und weltberühmte Schutzflächen wie den 1885 gegründeten Banff-Nationalpark.

Der älteste Nationalpark in Kanada gehört aus gutem Grund zum Welterbe der Unesco. Fünf Millionen Menschen kommen jährlich in den Park, um sich die spektakuläre Natur, etwa den Lake Louise mit seinem türkisblauen Wasser (großes Foto), anzusehen. Eine der großen Sehenswürdigkeiten in Kanada ist das 230 Quadratkilometer große Columbia-Eisfeld – ein riesiges Eisgebiet, das von acht Gletschern umgeben ist.

Wintersport in Whistler

A propos Eisgebiet: Kanada ist auch für seine Wintersportgebiete berühmt. Das bekannteste ist Whistler-Blackcomb in British Columbia, das etwa 130 Kilometer von Vancouver entfernt ist. 2010 wurden dort Teile der Olympischen Winterspiele ausgetragen.

Kanadas Provinzen

Zehn Provinzen gehören zu Kanada – British Columbia, Alberta, Saskatchewan, Manitoba, Ontario, Québec, New Brunswick, Prince Edward Island, Nova Scotia, Neufundland mit Labrador, hinzu kommen die Territorien Yukon, Nordwest-Territories und Nunavut. Ontario, Québec und British Columbia sind die am stärksten besiedelten Provinzen.

First Nations: die kanadischen Indianerstämme

Wer Kanada besucht, sollte sich unbedingt auch mit der Kultur der Indianer beschäftigen, die sehr reich und äußerst eindrucksvoll ist. Die Stämme werden als „First Nations“ bezeichnet. Dazu gehören Cree und Ojibwe, Irokesen und Mohawk, Assiniboine und Dakota – die Liste ist sehr lang. 

Prominenz von gestern und heute

Aber auch ansonsten ist Kanada eine Kulturnation. Dafür sorgten und sorgen Berühmtheiten wie Bryan Adams, Paul Anka, Michael Bublé, Leonard Cohen, Deline Dion, Nelly Furtado, Avril Lavigne und Justin Bieber, aber auch Bands wie Nickelback oder Saga. Nicht zu vergessen der legendäre klassische Pianist Glenn Gould, dem in Toronto ein bronzenes Denkmal gesetzt wurde. Auch viele Filmemacher und Schauspieler kommen aus Kanada. David Cronenberg etwa, Keanu Reeves, Kiefer Sutherland,  Jim Carrey oder Dan Aykroyd.

Kanada und seine Küche

Und sogar in Sachen Essen hat Kanada viel zu bieten. Hummer oder Wildlachs natürlich, aber auch Wein von der Niagara-Halbinsel, außerdem Ahornsirup vom Nationalbaum der Kanadier, dessen Blatt schließlich sogar die Flagge schmückt. Es gibt also sehr viele Gründe, das Land zu besuchen. Und noch viele Geschichten darüber zu schreiben.

Hinweis: Aufgrund von Corona sind Reisen nach Kanada zurzeit noch sehr stark eingeschränkt. Informationen finden Sie hier.

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