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Urlaub in der toskanischen Maremma

Wer die Maremma heute besucht, kann sich nicht vorstellen, dass sie früher mal ziemlich berüchtigt war. Damals nämlich war die Landschaft in der Toskana so sumpfig, dass sie immer wieder von der Malaria heimgesucht wurde. Klar, dass das ihrem Ruf nicht besonders gut tat. Schon früh begannen die Menschen, sich darüber Gedanken zu machen, wie man das Gebiet trockenlegen kann, aber die Erfolge waren klein. Als erste versuchten es die Etrusker, die in Populonia, Vetulonia oder Roselle siedelten – sie legten ein Kanalsystem an. Aber in der Römerzeit war die Maremma längst wieder sumpfig und unbewohnbar.

Maremma wurde erst im 19. Jh. entwässert

Es dauerte viele Jahrhunderte, bis sich wieder jemand an die Trockenlegung der Maremma wagte. Die nahegelegenen Städte Pisa und Siena hatten kein Interesse daran, denn für sie waren nur Küstenregionen als Hafenstützpunkte interessant. Erst im 19. Jahrhundert gelang es den Großherzögen der Toskana, ebenfalls mit einem Kanalsystem, das Gebiet weitgehend zu entwässern.

Reiseziel für alle, die Ruhe und Natur lieben

Action sucht man vergeblich in der Maremma, die zwischen Follonica und Orbetello nahe der Halbinsel Monte Argentario am Meer sowie Castel’Azzara, dem Monte Amiata und Montieri liegt. Das Gebiet lockt vor allem Menschen an, die Ruhe suchen und statt im großen Hotel lieber auf dem Bauernhof übernachten wollen. Auf den Höfen kann man auch noch die typischen Haustiere der Maremma sehen – das ausdauernde Maremmano-Pferd und den großen weißen Maremmaner Hirtenhund, dessen Vorfahren schon früher die Schafherden der Menschen in dem Gebiet bewachten.

Wunderschöne Naturstrände

Aber auch wer gerne Strandurlaub macht, wird in der Maremma glücklich. Die dortigen Strände sind nicht nur sehr reizvoll, sondern auch besonders sauber. Beliebt sind der Naturstrand Maremma in Marina di Grosseto, die Cala Violina in Saclino, die Strände von Follonica und Castiglione della Pescaia, von Talamone oder Prinicipina di Mare. Vielerorts muss man allerdings ziemlich viel Eintritt zahlen, bevor man seine Strandmatte in den Sand legen kann.

Rückzugsgebiet für seltene Vogelarten

Ein paar Sumpfgebiete gibt es noch in der Maremma, zum Glück. Denn sie sind heute Rückzugsgebiete für zahllose teilweise selten gewordene Vogelarten. Der Parco Regionale della Maremma, auch Parco dell’Uccelina genannt, wurde 1975 gegründet, ein fast 10.000 Hektar großes Areal mit Weiden, Pinienwäldern, Sümpfen, den Bergen der Monti dell’Uccelina mit wilder Macchia-Vegetation und Steineichenwäldern. Einige Bereiche sind Totalreservat, andere kann man besuchen.

Spannendes über die Sumpflandschaft

Zu sehen gibt es viel: Stachelschweine, Wildkatzen, Uhus oder Steinmarder kann man sehen und sich über den  alljährlichen Vogelzug freuen (in dieser Zeit gibt es allerdings Einschränkungen für Wanderer). An der Flussmündung des Ombrone sind noch die antiken Anlagen zur Trockenlegung der Maremma zu sehen und man erfährt auf einem Naturlehrpfad Spannendes über die Sumpflandschaft. Wer den Park besuchen möchte, kann mit dem Auto bis zu den Informationszentren in Alberese und Talamone fahren. Von Alberese aus gibt es zudem eine Busverbindung für Wanderer.

Hinterlassenschaften der Etrusker

Und natürlich kann man hier auch noch die Orte sehen, die schon die Etrusker besiedelt haben. Populonia nahe Livorno etwa, wo heute ein Archäologischer Park samt Akropolis, Höhlengräber, antike Hochöfen für die Verhüttung von Eisenerz und vieles mehr zu sehen sind. Großartig ist die Totenstadt San Cerbone, in der Gräber aus dem 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr. zu sehen sind. Auch die Stadt Populonia selbst ist reizvoll – umgeben von mittelalterlichen Mauern und mit einer Burg aus dem 15. Jahrhundert.

Amphitheater und Weinanbau

Vetulonia, das heute Ortsteil von Castiglione della Pescaia ist, ist ebenfalls sehr sehenswert. Hier sind die Reste der etruskischen Zeit mit Grabstätten und Hausruinen zu sehen, außerdem gibt es ein Archäologisches Museum mit spektakulären Grabfunden . Weitere Spuren der Etrusker finden sich in Roselle, etwa acht Kilometer nordöstlich von Grosseto gelegen. Hier stand einst eine bedeutende etruskische Stadt, deren Spuren immer noch gut zu sehen sind. Auch Bauwerke der Römer  – vom Amphitheater über Tempel bis zur Therme – blieben erhalten. Wer mehr über die Etrusker wissen möchte, denen die Toskana bekanntlich sogar den Weinanbau verdankt, der sollte das Archäologische Museum in Arezzo besuchen, das viele Informationen und Fundstücke bereithält.

Die Maremma an der Via Aurelia

An die Römer erinnert in der Maremma außerdem die Via Aurelia, die Aurelische Straße, deren Bau im Jahre 241 v.Chr. von Gaius Aurelius Cotta befohlen worden war. Sie verlief einst von Rom bis Pisa. Heute erkennt man sie nur noch am Namen – die Via Aurelia ist eine moderne Straße geworden.

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