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Warum Waldbaden so gesund ist

Für mich gibt es kaum etwas Schöneres und Entspannenderes als eine Wanderung in der Natur. Die Ruhe, das Grün, der Duft – all das wirkt wie ein Heilmittel gegen den Alltag und das Grau, das sich manchmal hineinmischt. Und spätestens seit das Waldbaden zum Trend geworden ist, weiß man, dass das keine Einbildung ist.

Waldbaden – und der Geist wird ruhig

Der Wald ist in der heutigen digitalen Zeit zum Sehnsuchtsort geworden. Hier müssen wir uns nicht beweisen, müssen nicht kämpfen oder andere übertrumpfen – wir dürfen einfach wir selbst sein. Mit allen Fehlern, die wir haben und die uns im Alltag meist mehr beschäftigen, als es nötig wäre. Wir dürfen loslassen. Atmen. Und ein Wunder geschieht: Der Geist wird ruhig.

Das Geheimnis der Phytonzide

Eine der Ursachen trägt einen komplizierten Namen: Phytonzide. Das Wort bezeichnet antibiotisch wirksame Substanzen aus Pflanzen. Mit ihnen schützen sich die Gewächse vor Krankheitserregern und Schädlingen. Man kann sie mit Antibiotika vergleichen, wobei sie nicht nur abtötend wirken, sondern lebensregulierend. Am bekanntesten sind die Terpene – sie sind Hauptbestandteile der ätherischen Öle, die in den Pflanzen stecken.

Gestatten, Doktor Wald

Wer einmal an einem warmen Sonnentag unter Nadelbäumen stand, der kann die Terpene sogar riechen. Und der Duft ist nicht nur überaus angenehm, sondern auch gesund: Forscher haben herausgefunden, dass das Blut von Menschen, die sich länger in der Natur aufgehalten haben, sauerstoffreicher und gesättigter ist als das von Menschen, die nur in der Stadt unterwegs waren.

Natürliche Killerzellen vermehren sich

Waldluft baut Stresshormone ab und kann Blutdruck, Pulsschlag und Blutzuckerspiegel senken. Eine japanische Studie zeigt noch mehr: Ein einziger Tag im Wald erhöht demnach die Zahl der natürlichen Killerzellen (sie entstehen im Rückenmark und gehören zu den weißen Blutkörperchen) um bis zu 40 Prozent. Diese Killerzellen können den Körper vor Tumoren schützen! Japanische Forscher empfehlen, jeden Monat zwei oder drei Tage in ein Waldgebiet zu fahren und jeweils vier Stunden direkt im Wald zu verbringen. Das genügt, um die Zahl der natürlichen Killerzellen für 30 Tage hoch zu halten.

Genuss und Entspannung für den Körper

Entspannen in der Natur
Entspannen in der Natur

Nun ist es natürlich so, dass wir nicht in den Wald gehen, um gesund zu bleiben oder zu werden. Wir spüren einfach instinktiv, dass uns die Natur gut tut, wir finden dort Erholung und Entspannung. Unsere Augen, die in der Stadt ständig gerade Linien, Asphalt, Stein und Metall sehen müssen, genießen die Formen der Blätter, der Baumrinde und der Blumen.

Die Ohren, die tagaus, tagein Autolärm und andere Kunstgeräusche ertragen müssen, entspannen sich bei Blättergeraschel und Bienengesumm. Die Nase wird mit Terpenen und einem Cocktail natürlicher Düfte verwöhnt. Und der Kopf hört auf, ständig irgendwas zu denken. Vielleicht, weil er mit Gucken und Staunen beschäftigt ist. Oder aber auch, weil das Gedankenkarussell hier keine Chance hat, in Gang gesetzt zu werden.

Shinrin-Yoku – das Waldbaden

Die Japaner haben für den Aufenthalt im Wald einen Begriff gefunden. Shinrin-Yoku – Waldbaden – nennen sie ihn, und als „Erfinder“ gilt Prof. Dr. Qing Li, ein Umweltmediziner an der Nippon Medical School in Tokio. Seine Entdeckungen waren so eindrucksvoll, dass das Waldbaden inzwischen weltweit zum Trend geworden sind. Auch in Deutschland gibt es inzwischen überall Kurse. Die lohnen sich, weil sie oft noch mit Achtsamkeits- und Wahrnehmungsübungen verbunden sind.

Gehen Sie langsam

Aber man kann es natürlich auch allein tun. Suchen Sie sich einen Weg im Wald, der Ihnen gefällt und der nicht zu lang ist ist (z.B. zweieinhalb Kilometer, wenn Sie einen halben Tag Zeit haben). Gehen Sie langsam. Bewusst. Nehmen Sie jeden Schritt wahr, fühlen den Boden unter den Füßen, spüren Sie den Windzug auf der Haut, hören Sie das Lied der Amsel und genießen den Duft der Terpene.

Waldbaden ist purer Genuss

Umarmen Sie ruhig mal einen Baum und fühlen Sie die raue Rinde. Im Sommer können Sie sogar noch den Geschmackssinn verwöhnen – mit Walderdbeeren oder sonnengewärmten Himbeeren, zum Beispiel. Gehen Sie ein Stück barfuß und spüren Sie die unterschiedlichen Untergründe unter den Sohlen. Legen Sie sich auf warmes Moos oder stellen sich in einer Lichtung in die Sonne. So ein Tag im Wald verscheucht nicht nur graue Gedanken und heilt den Körper, er trainiert auch den Sinnlichkeitsmuskel. Deshalb Vorsicht: Das Waldbaden kann süchtig machen 🙂

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