Nachtkerzenöl: Jungbrunnen aus der Natur

Von Silke 31. Oktober 2025 Kommentare 3 Min. Lesezeit
NachtkerzenölNachtkerzenöl

Die Nachtkerze gehört zu den Pflanzen, die so viele Kräfte haben, dass man ihr eigentlich einen Doktortitel verleihen müsste (mal ganz abgesehen davon, dass sie wunderschöne Blüten hat). Das Nachtkerzenöl kann heilen und wirkt auch noch wie eine Verjüngungskur für die Haut. Das Beste: Die Pflanze, die gerade zur Heilpflanze des Jahres 2026 gekürt wurde, wächst fast überall, es nimmt sie nur erstaunlicherweise kaum jemand wahr.

Nachtkerzenöl ist sehr wertvoll

Anspruchsvoll ist die Pflanze nicht – sie blüht auf Brachen und an Wegrändern und ich habe sie auch schon an Autobahn-Kreuzen gesehen, wo pro Tag tausende Autos vorbeifahren und sie nur wenig Erde zwischen den Steinen hatte. Und trotzdem liefert die Nachtkerze ein unglaublich wertvolles Öl.

Die gelben Blüten duften in der Nacht

Die beste Zeit für eine Begegnung mit der hochgewachsenen Pflanze mit den leuchtend gelben Blüten ist der Sommerabend. Dann nämlich öffnet die Nachtkerze ihre Blüten und beginnt zu duften. Es ist eine Mischung aus Zitrone und Zimt – kräftig, aber nicht aufdringlich, aber umso intensiver, je wärmer es draußen ist. Die Pflanze, die in Berlin ziemlich häufig ist, will damit Nachtschmetterlinge anlocken.

Pflege für trockene und reife Haut

Für das Öl werden die reifen Samen verwendet, die viel Gamma-Linolensäure und Linolsäure enthalten – beides sind mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren, die der Haut so viel Feuchtigkeit spenden, dass das Öl sogar gegen Neurodermitis hilft. Es beseitigt Schädigungen, die die Haut altern lassen, was es zu einem wichtigen Bestandteil von Gesichtscremes für reife Haut macht (z.B. die Neutral-Gesichtscreme Intensiv von Lavera).

Heilmittel gegen Entzündungen

Und es geht noch weiter: Das Öl hilft gegen Entzündungen (auch von Gelenken), Wechseljahresbeschwerden und schützt vor freien Radikalen.

Wie man das Öl selbst herstellen kann

Übrigens können Sie das Nachtkerzenöl auch selbst herstellen. Am einfachsten ist es, wenn Sie eine Handvoll frischer Blüten in ein verschließbares Glasgefäß geben und mit einem halben Liter mildem Olivenöl übergießen. Verschließen und eine Woche lang an einen warmen, dunklen Ort stellen. Danach mit einem Tuch und einem Kaffeefilter abseihen, bis alle Blütenteile entfernt sind. Das Öl in eine dunkle Flasche abfüllen und kühl lagern. Es hält sich etwa vier Wochen.

Samen zerreiben

Noch wirkungsvoller sind die Samen. Dazu werden die noch verschlossenen Samenkapseln abgepflückt, auf ein Tuch gelegt und an einem sonnigen Platz getrocknet. Sobald die Kapseln braun sind, werden sie geöffnet und die Samen herausgenommen. Anschließend zerreiben Sie sie behutsam in einem Mörser zu einem Pulver.

Um das Öl zu lösen, setzen Sie eine kleine Menge eines neutralen Basisöls, zum Beispiel mildes Olivenöl, dazu und mörsern noch etwas weiter, bis sich das Öl weich anfühlt. Die Mischung filtern und in ein dunkles Fläschchen abfüllen. Wer mag, kann es noch mit ätherischen Ölen versetzen. Lavendel oder Wildrose zum Beispiel passen wunderbar dazu und liefern noch weitere Pflegestoffe.

Nachtkerzenöl: Auftragen und genießen

Wem das zu mühsam ist: Nachtkerzenöl kann man auch kaufen. Richtig gut ist das Nachtkerzenöl von Primavera (etwa 14 Euro), das mit natürlichem Vitamin E und Sonnenblumenöl angereichert ist. Auftragen, Augen schließen – und genießen! Übrigens können Sie Nachtkerzenöl auch in der Küche einsetzen. Natulio bietet es kaltgepresst und in Bio-Qualität an. Der Geschmack ist leicht nussig und etwas bitter, was das Öl ideal macht als Zutat für Rohkost oder Salate. Eine Besonderheit ist der hohe Gehalt an Gamma-Linolensäure. Diese Omega-6-Fettsäure ist wichtig für eine gesunde Funktion der Gefäße und für die Neubildung von Hautzellen. Außerdem wirkt sie entzündungshemmend. Ausprobieren lohnt sich!

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