Naturschönheiten, reiche Kultur und viel Geschichte in Oman

Von Silke 26. Februar 2024 Kommentare 6 Min. Lesezeit
Die Sultan-Quaboos-Moschee in Maskat (Oman)Die Sultan-Quaboos-Moschee in Maskat (Oman) Foto: Hongbin / Unsplash

Oman ist das Gastland der Internationalen Tourismus-Börse, die in diesem Jahr vom 5. bis 7. März läuft. Das Sultanat ist immer noch ein touristischer Geheimtipp. Mit seinen Naturschönheiten und der spannenden Geschichte ist der älteste unabhängige Staat der arabischen Welt ein verlockendes Reiseziel.

Oman: Sultanat auf der Arabischen Halbinsel

Oman liegt auf der Arabischen Halbinsel, es grenzt an Jemen, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Nur etwa fünf Millionen Menschen leben in dem Sultanat, dessen Herrscher seit 2020 Sultan Haitham ibn Tariq ist. Die größte Stadt ist die Hauptstadt Maskat. Mit as-Sib, Bawschar, Salala, Matrah und Suhar gibt es weitere Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern. Amtssprache ist Arabisch, aber die Mehrheit der Bevölkerung spricht und versteht gut Englisch.

Die Sommer sind trocken und heiß

Das Klima des Landes ist heiß und trocken – im Juni kann das Thermometer in Maskat auf 34 und mehr Grad steigen. Ein Grund ist der heiße Wind Gharbi, der wie ein Backofen wirkt. Im Winter liegen die Temperaturen bei 22 bis 25 Grad. Im Hajar-Gebirge im Nordosten Omans kann es im Winter sogar schneien, und hier fällt dann auch vergleichsweise viel Regen.

Salala lockt mit milderen Temperaturen

In der Region rund um Salala im Südwesten des Landes herrscht dagegen ein feuchtwarmes Klima mit wenig Regen und maximal 27 Grad im Winter und bis zu 33 Grad im Frühsommer. Wer das Land in dieser Zeit besucht, kann im bis zu 29 Grad warmen Meer baden. Ab Mitte Juni ist das Klima in der Region vom Monsum bestimmt und es gibt viel Regen, der die Temperaturen auf angenehme 25 Grad abkühlt.

Große Artenvielfalt

Obwohl der Großteil von Oman sehr trocken ist, gibt es hier eine große Artenvielfalt. Dattelpalmen gedeihen hier ebenso wie der Weihrauchbaum, und in feuchteren Gebieten wachsen Jasmin, Zedern und Wacholder. Besonderheiten sind außerdem Tierarten wie die Sandkatze, der stark gefährdete Persische Leopard und die Oryx-Antilope.

Ungewöhnliche Gesteinsformationen

Die Wüste Rub Al Khali in Oman

Die Wüste Rub Al Khali in Oman Foto: Tanja Cotoaga / Unsplash.com

Im Landesinneren gibt es viele Wüsten. Kein Wunder: Das Land ist das einzige weltweit, das fast ausschließlich aus ozeanischer Erdkruste und direkt aus dem Erdmantel stammenden Gesteinen besteht.

Hier kann man die Kontinentalverschiebung sogar sehen. Sie haben ungewöhnliche Gesteinsformationen gebildet. Zu den ganz besonderen Natur-Attraktionen gehören der Jabal Shams (er ist mit über 3000 Metern der höchste Berg Omans), der Felsengarten in Duqm und die gewaltigen Dünen von Rub al Khali (siehe Foto links).

Berühmte Festungen

Im Land gibt es außerdem viele Wehrtürme, Festungen und Burgen. Die berühmtesten sind die Anlagen von Al Hazm und Sohar. Auch in der Oase Bahla gibt es eine große Festung – sie gehört mit ihrer 13 Kilometer langen Stadtmauer zum Weltkulturerbe der Unesco. Das gilt auch für die sogenannten Afladj, ein vor 1500 Jahren erbautes Netz von insgesamt 4000 Wasserkanälen, die die Menschen in vielen Oasen mit Wasser versorgen.

Historische Städte Qalhat und Djabrin

Der 250 Kilometer lange Küstenstreifen am Golf von Oman zwischen Maskat und Suhar wird auch Al-Batina („niederes Land“ genannt. Diese Ebene ist von Flussläufen (Wadis) durchzogen. Auch wenn sie nur zeitweise Wasser führen, ist Al-Batina sehr fruchtbar. In dem Gebiet liegen auch die ehemalige Hafenstadt Qalhat mit der Ruine der Moschee Bibi Mariyam aus dem 14. Jahrhundert und Husn Salut, das südwestlich von Nizwa liegt. Von der antiken Stadt sind nur noch Überreste und Gräber aus der Bronzezeit zu sehen. Ein Stück weiter nördlich, in Djabrin, sollten Sie sich unbedingt die Festungsanlage anschauen. Sie entstand um 1650 und ist gut erhalten. Djabrin ist nur ein kleines Stück von der schon erwähnten Stadt Bahla entfernt.

Besuch in Maskat

Nehmen Sie sich unbedingt auch ein bisschen Zeit für einen Besuch in Maskat. Die historische Stadt, die einst Herz des Seehandels war, zählt ebenso dazu wie das moderne Zentrum. Die Festungen Djalali und Mirani prägen die Stadtsilhouette. In Maskat steht auch der Palast des Sultans. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt gehören die prachtvolle Sultan-Quaboos-Moschee und das Royal Opera House – hier wird Musik aus aller Welt gespielt und man kann das Gebäude sonntags bis donnerstags zwischen 8.30 und 17.30 Uhr im Rahmen von Führungen besichtigen.

Weihrauch und Myrrhe aus Oman

Spektakulär sind die archäologischen Stätten in Oman. Sie liegen zum Beispiel bei Al Ain und Bat im Hajar-Gebirge. Dort gibt es Gräber, die aussehen wie Bienenkörbe – sie stammen aus der Zeit zwischen 2500 und 1800 v. Chr. Eindrucksvoll ist auch der antike Weihrauchhafen Samharam, der im zweiten Jahrhundert erbaut wurde.Von hier aus wurden Weihrauch und Myrrhe verschifft. In den Mauern der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Stadt kann man historische Schrifttafeln sehen. A propos Weihrauch: Im Wadi Dawkah, das ebenfalls zum Unesco-Erbe gehört, wachsen Weihrauchbäume in vielen Größen.

Besuch auf dem Markt

Töpferwaren auf dem Markt in Nizwa (Oman)

Töpferwaren auf dem Markt in Nizwa (Oman) Foto: Julius Yls / Unsplash

Wenn Sie Oman besuchen, sollten Sie unbedingt auch mal einen Wochenmarkt anschauen. Berühmt ist der Freitagsmarkt von Nizwa, auf dem auch Tierauktionen stattfinden. Hier gibt es aber unter anderem auch prächtige Töpferwaren zu kaufen. Auch der Markt in Bahla lohnt einen Besuch.

Und probieren Sie bei Ihrer Reise unbedingt auch die omanische Küche! Sie ist sehr vielfältig, mit Einflüssen aus den arabischen Regionen, aus Afrika und Asien. Zu den besonderen Spezialitäten gehören Shoowa (eine Speise aus Ziegenfleisch in Bananenblättern) und die Süßigkeit Halwa.

Viel Landesgeschichte im Oman Across Ages Museum

Auch Modernes gibt es in Oman zu sehen. Ein Beispiel ist das Oman Across Ages Museum in Nizwa. Es wurde im März 2023 eröffnet und zeigt in einem hochmodernen Gebäudekomplex auf stolzen 300.000 Quadratmetern Fläche die Entwicklung Omans von den ersten Siedlern der Vorgeschichte bis in die heutige Zeit. Einen Schwerpunkt legt die interaktive Ausstellung auf die Zeit seit den 1970er Jahren, in der das Sultanat bemerkenswerte wirtschaftliche, technologische, politische und soziale Fortschritte gemacht hat.

Frauen haben die vollen politischen Rechte

Einiges davon kann man auch in den größeren Städten des muslimisch geprägten Landes sehen. Anders als in anderen Ländern der arabischen Halbinsel haben Frauen in Oman die vollen politischen Rechte, sie bekleiden auch Ministerposten. Es wird nicht erwartet, dass sich Frauen verschleiern (Ausnahme: Betreten einer Moschee). Es gibt Schulpflicht auch für Mädchen und inzwischen sind viele Frauen als Unternehmerinnen, Diplomatinnen oder in der Politik aktiv.

Empfehlungen des Auswärtigen Amtes

Für die Einreise benötigt man einen Reisepass, er muss noch sechs Monate nach dem Einreisedatum gültig sein. Deutsche Staatsangehörige benötigen zudem ein Visum, das vor der Einreise bei der Royal Oman Police beantragt werden kann. Weitere Tipps: Meiden Sie die Grenzregion zu Jemen. Im Land selbst ist die Kriminalitätsrate sehr niedrig. Der Zustand der Straßen ist gut, man muss aber immer mit Überschwemmungen rechnen. Bei Dunkelheit sollte man nicht fahren, weil es immer wieder Unfälle mit freilaufenden Kamelen gibt. Mehr zu Reisen nach Oman auf der Seite des Auswärtigen Amtes

Anreise Oman

Von Deutschland aus gibt es Flüge nach Maskat und Salala (teilweise mit Stopp in Istanbul), etwa ab München bzw. Frankfurt. Reine Flugzeit: sieben bis acht Stunden. Oman Air bietet auch Direktflüge ab Frankfurt an. In den großen Städten gibt es gut ausgestattete Hotels zu meist günstigen Preisen.

Mehr über Oman finden Sie hier

Infos zur ITB 2024 – Oman finden Sie in Halle 2.2

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