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Spaziergang im Schlosspark Charlottenburg

Spaziergang im Schlosspark Charlottenburg

Ein Besuch im Schlosspark Charlottenburg lohnt sich zu allen Jahreszeiten. Im Sommer ist es herrlich, wenn die alten Bäume des Parks Schatten spenden. Im Herbst lieben wir ihn wegen der bunten Blätter, die auf den Wegen rascheln. Im Winter freuen wir uns über den Anblick der verzauberten Schneelandschaft. Und im Frühling lieben wir ihn besonders. Wenn die Haselsträucher blühen und überall Winterline, Krokusse und die ersten Narzissen das Wintergrau bunt färben. Grund genug für einen Spaziergang.

Schlosspark Charlottenburg – die Geschichte

Vorab ein paar Informationen: 55 Hektar groß ist der Park,  der hinter dem einstigen Sommerschloss Sophie Charlottes, der Ehefrau des Kurfürsten Friedrich III., liegt. Das großzügig gestaltete Areal ist von schmalen Pfaden und breiten Wegen durchzogen. Dazu kommen Wasserläufe und der ausladende Karpfenteich (Foto). Angelegt wurde der Park übrigens 1697 von Siméon Godeau als französischer Barockgarten. Peter Joseph Lehne, Johann August Eyserbeck und Georg Steiner verwandelten ihn ab 1788 in einen Landschaftspark.

Auch heutzutage ist die riesige Anlage ein Anziehungspunkt. Es gibt viele Gründe für einen Besuch: Manche lockt die kunstvoll gestaltete Natur, andere die Weitläufigkeit des Grüns mitten in der Großstadt, und einige kommen auch wegen der steinernen Figuren, die sich überall verteilen und Blicke auf sich ziehen.

Unser Spaziergang beginnt auf einem Umweg. Wir wandern vom S-Bahnhof Jungfernheide aus auf der Olbersstraße zum Tegeler Weg. Ihn überqueren wir auf der Brücke, die auch über die Spree führt, und tauchen dahinter ins Grün ein. Eine Treppe leitet ans Wasser und hinein in den Park.

Drei goldene Knaben und ein Blumenkorb

Wir nehmen den Weg, der an einem Obelisken vorbeiführt. Er wurde 1979 aufgestellt. Der Künstler Braco Dimitrijevic wollte mit der Aufschrift „11 Mars“ (11. März) einem ganz normalen Tag ein Denkmal setzen – dem Geburtstag eines Spaziergängers, der zufällig vorbeikam. Warum auch nicht?

Weiter geht es zum Belvedere. Das schneeweiße Gebäude mit dem grünen Dach wurde 1788/89 von Carl Gotthard Langhans 1788/89 für König Friedrich Wilhelm II. erbaut. Ein Blick aufs Dach lohnt sich: Dort stehen drei goldene Knaben, die einen Blumenkorb auf den Köpfen balancieren.

Blick von der Hohen Brücke

Nach einem Bogen um das Belvedere wandern wir aufs Schloss zu. Nach wenigen Augenblicken genießen wir den Blick auf die 1802 vollendete Hohe Brücke, hinter der wie ein Scherenschnitt das Schloss zu sehen ist. Das erreicht man ab hier auf beinahe allen Wegen. Und staunt über die subtilen Veränderungen der Anlage: Hinter dem Karpfenteich wird der Park herrschaftlicher. Der Blick fällt auf das sogenannte Broderieparterre. Das ist eine symmetrische Anlage aus akkurat beschnittenen und in Ornamenten angeordneten Buchsbaumhecken, zwischen denen weißer Kies für Kontraste sorgt. Wer hier entlanggeht, hat keine Mühe, sich fein gekleidete Hofdamen beim Flanieren vorzustellen.

Die trifft man heute nicht mehr, dafür aber reichlich Touristen. Die machen im Park Selfies vor Statuen wie der des steinernen Knaben, der ein Schäfchen im Arm hält. Und den einen oder anderen Gärtner, der Stiefmütterchen und andere Blumen in die Beete setzt. Immer wieder keuchen Läufer vorbei, die ihre Trainingsrunde im Schlosspark Charlottenburg drehen. In den Bäumen wuseln Eichhörnchen herum – sie scheren sich kein bisschen um die Besucher.

Weiter geht es in Richtung Mausoleum, das für Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz erbaut wurde. Die Grabskulptur auf ihrem Sarkophag ist ein Werk von Christian Daniel Rauch.

Besuch im Schloss

Natürlich sollte man sich auch noch Zeit nehmen für einen Besuch im Schloss. Das werde ich demnächst auch noch genauer vorstellen. Im Moment sind einige Räume im Obergeschoss geschlossen, aber der Besuch lohnt sich trotzdem. Wer den Ausflug anschließend noch verlängern möchte, wandert zurück zum Obelisken und zum Eingang des Schlossparks Charlottenburg, den wir anfangs genommen haben. Dort geht es allerdings nicht die Treppe hinauf, sondern unter der Brücke hindurch bis zu einer Kleingartenkolonie.

Blütenpracht in der Kleingartenkolonie

Im Frühling und Sommer blüht es hier überall – ein wunderschöner Anblick. Wir wandern weiter, vorbei an der Schleuse und unter der Autobahn hindurch. Dahinter biegen wir links ab (ein Schild weist hier auf die Kneipe Tunneleck hin). Warum sie so heißt, wird schnell klar: Ein schmaler Tunnel ist der einzige Zugang zum Lokal. Mancher muss tief durchatmen, bevor er ins Dunkel tritt, denn der Tunnel hat eine Biegung – sein Ende ist nicht gleich zu sehen.

Wir trauen uns hinein und hinaus, passieren das Lokal mit seinen skurrilen Schaukästen voller Märchenfiguren und wandern weiter geradeaus, bis links ein Weg unter der Bahn hindurchführt. Dahinter beginnt eine weitere blumenbunte Kleingartenkolonie, die wir durchqueren. Am Fürstenbrunner Weg halten wir uns links. Hier lohnt sich auf der anderen Straßenseite ein Besuch auf dem reizvollen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis- und Luisen-Kirchhof, auf dem etwa die Schauspielerin Henny Porten die letzte Ruhe fand.

Wem jetzt die Füße weh tun, der nimmt den Bus 139 und fährt eine Station bis zur Ecke Spandauer Damm. Von dort sind es nur noch ein paar Meter bis zum S-Bahnhof Westend. Oder Sie steigen am Spandauer Damm in den Bus M45, der Sie – vorbei am Schloss und Schlosspark Charlottenburg – zum Zoologischen Garten bringt.

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