Im vorigen Jahr hat der berühmteste Kleiderbügel der Welt seinen 90. Geburtstag gefeiert: Die Sydney Harbour Bridge, die die Nord- und Südküste der australischen Stadt verbindet, trotzt seit dem 19. März 1932 Wind und Wetter. „Coat Hanger“ (Kleiderbügel) sagen die Australier zu dem Bauwerk, das neben dem Sydney Opera House die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt ist.
Sydney Harbour Bridge – eine der wichtigsten Attraktionen der Stadt
Seit 2007 gilt das Bauwerk mit 503 Metern Spannweite, 1149 Metern Länge und einer maximalen Höhe von 134 Metern als nationales Denkmal. Mehr als 50.000 Tonnen Stahl wurden verbaut, was die Brücke zu einer der schwersten der Welt macht. Als „Breiteste Brücke der Welt mit langer Spannweite“ steht sie seit 2004 zudem im Guinness-Buch der Rekorde.
Acht Straßenspuren und zwei Bahngleise
Wenn man bedenkt, dass die Brücke acht Straßenspuren, zwei Bahngleise und jeweils einen Rad- und einen Fußweg hat, kann man sich vorstellen, wie notwendig der Bau einst war. Vorher nämlich mussten die Menschen sich mit Fähren behelfen. Etwa 160.000 Fahrzeuge passieren die Sydney Harbour Bridge pro Tag. Und das, obwohl für die Überfahrt vom Norden in den Central Business District drei australische Dollar gezahlt werden müssen – die Gegenrichtung ist kostenlos.
Acht Jahre Bauzeit
Acht Jahre dauerte es, bis das Bauwerk vollendet war. Dabei waren stolze 1400 Arbeiter am Werk. Vorbild für die Konstruktion aus Stahl und Granit die Hell Gate Bridge in New York. Und Arbeit macht die Sydney Harbour Bridge noch immer: Wenn die Stadtväter entscheiden, die Brücke neu anzustreichen, müssen sie mit zehn Jahren und 30.000 Litern Farbe rechnen. Nicht zu vergessen die geschätzten sechs Millionen Nieten, die mit Rostschutzfarbe gestrichen werden müssen…
Museum im Brückenpfeiler der Sydney Harbour Bridge
Kein Wunder, dass ein so arbeitsintensives Bauwerk Wertschätzung genießt. Schon bei der Eröffnung guckten bis zu eine Million Menschen zu. Und die Liebe ist nicht kleiner geworden. Wer es sich in Sydney leisten kann, sucht eine Wohnung mit Blick auf die Brücke, die alljährlich zu Silvester vom Feuerwerk erleuchtet wird. Es gibt Massenpicknicks, Laufveranstaltungen und vieles mehr. Wer mag, kann die Sehenswürdigkeit Sydneys besteigen – ein großes Vergnügen für Schwindelfreie. Und wer mehr über die Brücke erfahren möchte, der findet ein Museum im Südostpfeiler („Pylon Lookout“). Es gibt Informationen über die gefährlichen Bauarbeiten, bei denen 16 Menschen ums Leben kamen, Wissenswertes über den Chefingenieur JJC Bradfield, Fotos von dem Augenblick, an dem die beiden Bögen zusammengebracht wurden und Impressionen von der Eröffnungsfeier. Ganz oben gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus man eine phänomenale Weitsicht hat. Auch ein Souvenirladen gehört dazu (Öffnungszeiten: tgl. 10-17 Uhr).
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