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Wigald Bonings verrücktes Marathon-Abenteuer: „Lauf, Wigald, lauf!“

Wigald Bonings verrücktes Marathon-Abenteuer: „Lauf, Wigald, lauf!“

Die meisten Menschen verbinden mit Wigald Boning vor allem eines: Comedy. Doch der 55-Jährige Wahl-Münchner hat noch eine andere Leidenschaft, die er bisher zwar nicht geheimgehalten, aber auch nicht beworben hat: das Laufen. Während der Pandemie hat er eine verrückte Idee in die Tat umgesetzt und ein Buch daraus gemacht: „Lauf, Wigald, Lauf“ ist eine Hommage ans Laufen und der Beweis, dass man zu viel mehr fähig ist, als man vermutet.

Wigald Boning ist ein erfahrener Läufer

Aber von vorne. 2001 absolvierte Wigald Boning seinen ersten Marathon, nur ein Jahr später seinen ersten Ultra-Marathon über 72 Kilometer. Und damit hörte es nicht auf. Seitdem hat er viele Marathons bestritten und 2011 sogar einen 100-Kilometer-Lauf.

52 Marathons in 52 Wochen

Der Mann, so lässt sich zusammenfassen, kennt sich aus mit längeren Läufen. Er war schon als Kind begeisterter Leichtathlet. Dabei gehört er nicht zu den Schnellen: „Selbst bei Feld-Wald-und-Wiesenläufen auf Kreisebene lande ich eher im hinteren Mittelfeld, und ich habe gelernt, meine Mittelmäßigkeit zu genießen. Ankommen ist alles!“ schreibt er. Schon lange gehören Laufschuhe immer dazu, wenn er verreist, und seit Sommer 2021 war Wigald Boning täglich gelaufen. Aber irgendwie genügte es ihm nicht, er wollte etwas viel Kühneres machen. Ein echtes Abenteuer. Und so kam es, dass er während des zweiten Corona-Lockdowns einen Entschluss fasste: Ein Jahr lang wollte er jede Woche einen Marathon laufen. 52 mal 42,195 Kilometer. Immer freitags. Am Neujahrstag 2021 ging es los.

Elbtunnel, Teufelsberg, Berghütte, Laufband

In „Lauf, Wigald, lauf“ erzählt er von diesen 52 Läufen. Klar, dass die nicht alle auf der gleichen Strecke stattfanden. Er lief mal in Laufschuhen, mal in Crocs, mal mit Cordhose, mal mit goldenen Shorts. Mal auf dem Balkon einer Berghütte im Zillertal, mal rund um den Ammersee. Der Berliner Teufelsberg gehörte dazu, der Sankt-Pauli-Elbtunnel in Hamburg und die Oldenburger Voralpen (mit einem immerhin 28,13 Meter hohen Gipfel, dem Osterburger Utkiek). Einen absolvierte er auf dem Laufband. Und einen, bei dem er seinen Vater mit dem Rollstuhl in dessen norddeutscher Heimatgegend. Er lief oft frühmorgens, bevor seine Kinder wach waren. Und dort, wohin ihn die Arbeit gerade verschlug.

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Dabei beschreibt Wigald Boning nicht nur seine Befindlichkeiten während der Läufe, sondern plaudert auch aus dem Nähkästchen, stellt seine Ausrüstung vor (inklusive rotem Schulranzen) und webt immer wieder lustige Begebenheiten mit ein. Ein paar Fotos gibt es auch.
Natürlich hat er die 52 Marathons geschafft. Mit einigen Blessuren, aber die gehören zu einem ordentlichen Abenteuer ja dazu.

Wigald Boeing schreibt mit Witz und Wissen 

Die Lektüre des Buches ist ein Vergnügen – nicht nur für Menschen wie mich, die selbst gerne laufen. Wigald Boning nimmt sich selbst nie zu ernst, er macht sich aber über sich oder andere auch nicht lustig, sondern balanciert auf einem schmalen Grat zwischen Ernst und Comedy. Beim Lesen werden die Lach- oder wenigstens die Schmunzelmuskeln ordentlich beansprucht, aber ganz nebenbei lernt man auch ein bisschen etwas übers Laufen. Damit ist das Buch auch eine Inspiration für alle, die schon länger mit dem Gedanken spielen, die Laufschuhe zu schnüren. Denn eines ist nach dem Lesen klar: Laufen kann man überall, man muss sich nur Ziele suchen. Absoluter Lesetipp!

Hier bekommen Sie das Buch

„Lauf, Wigald lauf“ ist bei Gräfe & Unzer Edition erschienen, es hat 272 Seiten und kostet 19,99 Euro. Wer es vom Autor selbst vorgetragen haben möchte, kann sich auch für die Hörbuch-Variante entscheiden (18,99 Euro).

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