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Kühlungsborn – junges Seebad mit viel Geschichte

Kühlungsborn – junges Seebad mit viel Geschichte

Überall an der Ostsee gibt es Seebäder. Kühlungsborn ist eines der jüngeren. Die Stadt, die etwa 27 Kilometer westlich von Warnemünde liegt, bekam erst im Februar 1996 dieses Prädikat. Ein beliebtes Urlaubsziel ist sie aber schon viel länger. Einer der Gründe ist sein schöner Ostsee-Strand.

Woher Kühlungsborn seinen Namen hat

Um Seebad zu werden, müssen Orte Kurmaßnahmen anbieten und dafür auch das Seeklima nutzen. Zu den älteren gehören zum Beispiel Binz und Sassnitz auf Rügen, Heringsdorf und Zinnowitz auf Usedom, Norderney und Spiekeroog. Sie wurden schon 1909 erwähnt. Kühlungsborn gab es damals noch gar nicht – die Stadt trägt diesen Namen erst seit 1938. Damals wurden die Gemeinden Brunshaupten-Fulgen und Arendsee zusammengelegt, und als Namenspaten für die neue Stadt setzte man den Namen des nahegelegenen Höhenzugs „Kühlung“ und das historische Wort „Born“ (Quelle) zusammen.

Badebetrieb am Ostsee-Strand seit 1857

Gebadet wurde indessen schon lange in dem Gebiet. Die ersten Badegäste kamen schon 1857. Nach und nach entstanden Hotels, eine Promenade, ein Warmbad und die schon erwähnten Villen, und als 1910 die Schmalspurbahn „Molli“, die heute noch eine Top-Attraktion ist, ihren Betrieb aufnahm, wurde die Anreise von Bad Doberan und Heiligendamm sehr einfach.

Villen im Stil der Bäderarchitektur

Sehr sehenswert sind die Villen im Stil der Bäderarchitektur. Und die sind in Kühlungsborn erstaunlich groß. Die meisten sind heute Hotel, viele wurden inzwischen mit Liebe zum Detail saniert. Für andere, die zu DDR-Zeiten stark verfallen waren, kam jede Hilfe zu spät – 26 von ihnen mussten abgerissen werden.

Immerhin wurde bei den Neubauten, die sie ersetzten, auf den Bäderarchitektur-Stil geachtet, zumindest in den Details. Interessant ist auch, dass es in Kühlungsborn keine hohen Häuser gibt – in der Stadt gilt die Regel, dass kein Haus höher sein darf als die höchsten Bäume.

Lange Strandpromenade, breiter Strand 

Ein Lieblingsziel der Kühlungsborner und ihrer Gäste im Sommer ist der breite, feinsandige Strand, vor dem die fast fünf Kilometer lange Strandpromenade verläuft. Hier stehen überall die Strandkörbe, die Urlauber vor dem stetigen Wind schützen. Besonders zur Hochsaison kann es voll werden, aber wenn man sich ein Stück entfernt, findet man immer noch ruhige Liegeplätze. Baden kann man ohne Bedenken, denn Kühlungsborns Strand wurde auch 2022 wieder mit der Blauen Flagge für hervorragende Wasserqualität ausgezeichnet.

Strände für Sportler, Hunde und FKK-Fans

Einige Strandabschnitte sind für FKK-Liebhaber ausgewiesen, andere als Hundestrände. Sogar zwei Sportstrände gibt es: Der „Vital & Fit“-Strand liegt am Strandzugang 13, hier kann man Fitnesskurse absolvieren oder seine Kräfte mit Hanteln, Gewichten und anderen Fitnessgeräten testen. Der „Aktiv Fun Strand“ ist mit vier Beachvolleyballfeldern und einem Mehrzweckplatz ausgestattet und ist Schauplatz vieler Turniere in den unterschiedlichen Beach-Sportarten. Beide Strände bieten im Sommer täglich von 12 bis 18 Uhr viele Sportprogramme und Kurse an. Die Angebote sind kostenlos.

Im Strandkorb den Tag verträumen

Wer es zwischendurch ruhig angehen lassen möchte, kann sich einen Strandkorb mieten. Aus den gemütlichen Sesseln, die übrigens im nahen Rostock erfunden wurden, kann man seine Umgebung beobachten, lesen oder einfach nur den Tag verdösen. Strandkorb-Vermieter gibt es an den Aufgängen 3 (Ost), 4-5, 6-7 (Ost), 8 (Ost), 9, 10 (Ost), 11 (Mitte), 12-13, 14, 15 (West), 16-20 (West), 21, 22 und 27.

Die beste Sicht auf den Strand hat man von der 1991 erbauten, 240 Meter langen Seebrücke. Hier legt regelmäßig die MS Baltica an, die nach Warnemünde und Rerik fährt. Auch als Partylocation hat sich die Brücke schon bewährt.

Ausstellungen in der Kunsthalle

Zu den Sehenswürdigkeiten von Kühlungsborn gehört die Kunsthalle, die in einer um 1900 erbauten Lesehalle untergebracht ist – Ausstellungen gibt es ebenso wie Konzerte (Adresse: Ostseeallee 48; Info: , geöffnet Di-Sa, 12 bis 17 Uhr).

Überbleibsel aus DDR-Zeiten: der Grenzturm

Auch der Grenzturm an der Strandpromenade, Überbleibsel der DDR-Zeit, ist sehenswert. Er wurde saniert und zum Museum  umgestaltet. Hier wird über Fluchtschicksale und das System der DDR-Grenze informiert (Ostseeallee 1; ganzjährig geöffnet: Di und Fr, 14-17 Uhr, Juni bis September, Di, Mi und Fr, 14-17 Uhr).

Weitblick vom Leuchtturm Buk auf den Strand

Anschauen sollte man sich auch den Leuchtturm bei Bastorf. Er ist (topographisch gesehen) Deutschlands höchstgelegener Leuchtturm und findet sich drei Kilometer von Kühlungsborn entfernt in Bastorf. Weil er auf der Anhöhe Buk liegt, wird er auch als Leuchtturm Buk bezeichnet. 20,8 Meter hoch ist der weithin sichtbare Turm, und wer die 55 Stufen erklimmt, hat eine schöne Weitsicht über Land. Im Dienst ist der Turm auch heute noch: Er warnt vor der Sandbank „Hannibal“ in der Einfahrt zur Wismarer Bucht. Der 1876 erbaute Turm ist täglich von 11-16 Uhr, in der Saison bis 17 Uhr, geöffnet, der Eintritt kostet 2 Euro.

Die neue Attraktion von Kühlungsborn

Zu den neuesten Sehenswürdigkeiten von Kühlungsborn gehört die 2004 eröffnete Marina mit 400 Boots-Liegeplätzen, zu dem Boutiquen, Galerien, Restaurants und Bars gehören. Regelmäßig finden außerdem Regatten und Hafenfeste statt.

Anreise: Ab Rostock auf der B 105 über Bad Doberan bis Kröpelin, dort auf der L11 bis Kühlungsborn

Unterkünfte und Infos: www.kuehlungsborn.de

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