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Schweden: Urlaub im Land der Elche und der Stille

Schweden: Urlaub im Land der Elche und der Stille

Schweden ist eines der Länder, die bei mir immer ein sehnsüchtiges Ziehen im Bauch verursachen. Weil es dort so still ist. Weil es eine Natur gibt, die größer ist als vieles, was man sich vorstellen kann. Weil man hier einsame Seen und schneeweiße Ostsee-Strände finden kann, die man ganz für sich allein hat. Und weil hier pro Kilometer nur 22 Menschen leben – Fülle gibt es fast nirgendwo in Schweden.

Gerade einmal zehn Millionen Menschen leben im Land von Pippi Langstrumpf und Ikea, das mit knapp 450.000 Quadratkilometern deutlich größer ist als Deutschland. Der überwiegende Teil der Menschen (88 Prozent) lebt in urbanen Räumen, was die ländlichen Bereiche noch stiller macht. Es gibt viele Gründe, in das skandinavische Land zu reisen. My little luxury nennt einige davon.

Die Natur in Schweden

53 Prozent der Landesfläche Schwedens sind mit Wald bedeckt, lediglich acht Prozent sind bebaut. Dazu kommen Seen, hohe Berge und Hochebenen. Einige dieser wilden Landschaften sind absolut spektakulär und ihre Bewohner – Elche, Bären, Wölfe und viele mehr – ebenfalls. Zu den ganz besonderen Landschaften gehören die in der Region Lappland gelegenen Nationalparks Abisko und Sarek.

Die Besonderheiten von Abisko sind blühende Almwiesen, mächtige Bergen und der größte Gebirgssee Skandinaviens. Hier kann man aber im Winter zudem das Nordlicht ganz besonders gut sehen. Etwa von der Aurora Sky Station aus.

Im Unesco-Naturerbe „Laponia“

Der Sarek-Nationalpark in Nordschweden

Der Sarek-Nationalpark in Nordschweden

Der Sarek (Foto links) ist berühmt für seine fast 100 Gletscher, über 2000 Meter hohen Berge, tiefen Schluchten und wilden Gebirgsbäche. Er gilt als Europas letzte Wildnis. Zusammen mit den Schutzgebieten Muddus, Stubba, Sjaunja, Stora Sjöfallet, Padjelanta und Tjuolda bildet er das Unesco-Naturerbe „Laponia“. Es ist 9400 Quadratkilometer groß (größer als die Insel Korsika), und die wenigen Siedlungen sind nicht per Straße oder Schiene angebunden, man kommt nur per Helikopter dorthin. Der (sanfte) Tourismus beschränkt sich auf die Regionen Gällivare und Jokkmokk.

Wer hier wandern möchte, der sollte Erfahrung mitbringen, denn es gibt kaum Wanderwege und man muss sich mit dem Kompass zurechtfinden und auf Komfort wie Hütten zum Übernachten verzichten können. Auch die manchmal extremen Wetterbedingungen und die Tatsache, dass Siedlungen (und damit Einkaufsmöglichkeiten) oft sehr weit entfernt sind, muss man unbedingt berücksichtigen. Dafür bekommt man großartige, unendlich weite Landschaften ohne Straßen und Häuser zu sehen. Wer einmal hier war, wird das nie mehr vergessen.

Hier, im hohen Norden, können Sie auch dem Volksstamm der Samen begegnen. Die Menschen leben vor allem von der Rentierzucht und vom Tourismus. Aber auch weiter südlich gibt es traumhafte Naturgebiete. Wilde Küsten (siehe kleines Foto), zahllose Felseninseln, die Schärengärten im Osten – die Liste ist lang.

Die Seen

Über 96.000 große und kleine Seen gibt es in Schweden. Der größte ist der Vänernsee mit 5519 Quadratkilometern Fläche. Noch ein paar weitere Tipps gefällig? Der kleine Bruder des Vänernsees, der Vätternsee, ist ebenso reizvoll, aber auch der Mälaren in Mittelschweden. Wer im Sommer kommt, der findet zum Beispiel am Bolmen in Südwestschweden herrliche Strände. Auch der Hjälmaren in Mittelschweden, der Ivosjön in Skane (mit vielen Inseln) sowie der Asnen und der Ruskensee in Smaland sind Ausflüge absolut wert. Was aber eigentlich für die meisten Seen gilt – hier findet jeder „seinen“ Lieblingssee.

Wandertouren

Abgesehen von den ganz im Norden gelegenen Nationalparks gibt es überall in Schweden Wanderwege. Besonders berühmt ist der zweigeteilte Kungsleden, der Königsweg. Er besteht aus der 440 Kilometer langen Nordroute, die von Abisko nach Hemavan führt, und der 350 Kilometer langen Südroute, die Sälen mit Torlien verbindet. Entlang der Strecke findet man Hütten zum Übernachten, oder man hat sein eigenes Zelt dabei. 

Begegnung mit dem König des Waldes

Ein Elch in Schweden Foto: Staffan Widstrand / imagebank.sweden.se

Ein Elch in Schweden Foto: Staffan Widstrand / imagebank.sweden.se

Mit einer Schulterhöhe von zwei Metern ist der Elch ein eindrucksvolles Geschöpf. Und er trägt die Königskrone mit Würde. Allerdings hat er es nicht so mit Menschen: Wo sie sind, da zieht er sich lieber zurück. Mit etwas Glück kann man ihn abends auf offenen Flächen im Wald oder an einem See sehen. Oder man nimmt an einer Elchsafari teil (buchbar in den Tourist-Informationsbüros, Beispiel Elchsafari Markaryd).

Die besten Chancen, die mächtigen Tiere zu sehen, hat man in den Elchparks des Landes, etwa in Ljungby, Gardsjö, Vimmerby oder Dalsland). Eine Attraktion ist das Elchhotel, in dem man in elchförmigen Hütten wohnen und den Tieren (neben Elchen auch Bisons) sehr nahe kommen kann. Ein bisschen abenteuerlich – und garantiert unvergesslich!

Die Mitternachtssonne

Im Norden Skandinaviens wird es im Sommer zwei oder mehr Monate lang nicht dunkel. Selbst nachts ist es beinahe taghell. Und das sorgt bei den sonst eher stillen Schweden für mächtig gute Stimmung. Immerhin müssen sie jedes Jahr viele Monate lang ganz auf Sonne verzichten, denn im Winter wird es im Gegenzug einige Monate lang nicht richtig hell – im hohen Norden beginnt die dunkle Zeit schon Ende September. Grund genug, die hellen Tage ausgiebig zu nutzen. Die wildeste Zeit ist Mittsommer. Rund um den 21. Juni wird gefeiert, was das Zeug hält.

Mittsommer macht Schweden mediterran

Wer in dieser Zeit nach Schweden kommt, der wundert sich nicht, dass Geschäfte geschlossen und die Straßen leerer als sonst sind. Sondern er feiert einfach mit – Gäste sind immer willkommen und fühlen sich schnell wie zuhause. Überall wird getanzt, gesungen, gegessen und viel (oft zuviel) getrunken. In dieser Zeit fühlt sich das Nordland ein bisschen an wie eine Region am Mittelmeer. Absolutes Muss während der Mittsommerzeit sind Erdbeeren. Die genießen die Schweden traditionell mit ungesüßter Sahne.

Mehr über Mittsommer in Skandinavien

Unterwegs in Stockholm

Café in Stockholms Altstadt Gamla Stan

Café in Stockholms Altstadt Gamla Stan.       Foto: Simon Paulin / imagebank.sweden.se

Schwedens Hauptstadt ist mit 900.000 Einwohnern die größte Metropole des Landes. Aber man merkt gar nicht, wie groß sie ist, denn ein Drittel der Fläche besteht aus Wasser. Und der Rest verteilt sich auf 14 Inseln, die durch 35 Brücken verbunden sind.

Natürlich muss man sich das königliche Schloss angucken, das Vasamuseum, das Freiluftmuseum Skansen, das Stadhus und die Shoppingmeile Drottninggatan. Und mindestens einmal durch die wunderschöne Altstadt Gamla Stan bummeln, die mit ihren schmalen Gassen und bunten Häusern wie aus einer anderen Zeit zu stammen scheint.
Lohnend ist auch ein Besuch im 60 Kilometer entfernten Schloss Gripsholm. Und – natürlich – im Museum Junibacken. Hier begegnet man einer wichtigen Figur der Kindheit: Pippi Langstrumpf.

Dörfer wie aus Astrid Lindgrens Büchern

Die Kinderbuchheldin ist aber nicht nur in Junibacken sehr präsent. Überall im Land gibt es Dörfer, bei denen man sofort an Bullerbü, Katthult oder Saltkrokan denkt.

Michel aus Lönneberga

Begegnung mit Michel aus Lönneberga Foto: Anna Hállams / imagebank.sweden.se

Echte Fans sollten unbedingt in die Region Vimmerby reisen. Hier wurden viele der Astrid-Lindgren-Filme gedreht. Katthult zum Beispiel, wo Michel aus Lönneberga lebte, kann man besuchen. Der liebenswert-freche Junge heißt in Schweden allerdings Emil. Bullerbü heißt in Wirklichkeit Sevedstorp – hier stehen die drei Höfe, die Kulisse der Bullerbü-Filme waren.

Eine Attraktion ist außerdem Astrid Lindgrens Geburtshaus in Näs bei Vimmerby, das man im Rahmen von Führungen besichtigen kann. Im Buch „Das entschwundene Land“ hat die Schriftstellerin auf wunderbare Weise von ihrer Kindheit an diesem Ort erzählt.

Ganz in der Nähe lockt zudem die Astrid-Lindgren-Welt, ein sehr liebevoll gestalteter Freizeitpark, in dem sich alles um die berühmten Figuren wie Ronja Räubertochter, Michel, Pippi, die Brüder Löwenherz, Karlsson auf dem Dach, Madita und Rasmus dreht.

Typisch schwedisch

Was den Dänen ihr „hygge“ , ist den Schweden ihr „Lagom“. Der Begriff drückt die Balance zwischen zwei Gegensätzen (z.B. Arbeiten und Freizeit, kalt und warm) aus.
Wenn Sie nach Schweden reisen, wundern Sie sich nicht, wenn Sie geduzt werden. In dem Land ist das so üblich. Nur die königliche Familie wird gesiezt.

Die Liebe der Schweden für Erdbeeren beschränkt sich nicht nur auf Mittsommer, sie gehören für sie einfach dazu. Das gilt auch für Lakritze, das sie in allen Geschmacksrichtungen naschen.
Und falls Sie mal in einem Supermarkt „Lörgdasgodis“ (Samstags-Süßigkeiten) finden, dann ist das einer Erinnerung an die Zeiten, in denen die Schweden nur samstags (schwedisch: lördag) Süßigkeiten aßen. Die Tradition ist vorbei, aber die Lördgasgodis kann man weiterhin kaufen.

Die Liebe der Schweden für vergammelten Fisch

Und dann gibt es noch eine Vorliebe, die wohl nur Schweden selbst verstehen können: die für „Surströmming“. Das ist vergorener und – vorsichtig ausgedrückt – äußerst intensiv riechender Hering, der Konservendosen wölbt und deshalb wegen Explosionsgefahr auf Flügen vieler Fluggesellschaften verboten ist. Die Schweden lieben die Spezialität und essen sie gerne mit Fladenbrot, Mandelkartoffeln, Butter, gehackten Zwiebeln, saurer Sahne und Tomaten. Dazu genießen sie Aquavit oder Bier, das in Schweden „Öl“ heißt. Wer das Getränk mit mehr als 3,5 Prozent Alkohol kaufen möchte, muss dafür in einen der staatlichen „Systembolaget“-Märkte gehen – in normalen Supermärkten gibt es höherprozentigen Alkohol nicht.

Das Essen in Schweden

Tea Time in Schweden: Fika

Tea Time in Schweden: Fika                              Foto: Tina Axelsson/imagebank.sweden.se

Falls es Ihnen in Schweden passiert, das jemand Sie mit den Worten „vill du fika?“ anspricht, dann müssen Sie nicht rot werden, sondern dürfen laut „ja“ sagen. Denn „fika“, das ist die Kaffeepause am Nachmittag, die die Schweden, ähnlich wie die Briten, gerne einnehmen. Wichtigste Zutat für diese schwedische “„Tea Time“ neben dem Kaffee sind Kanelbullar – mit Zimt, Zucker und Butter gefüllte Schnecken aus Hefeteig, die so unwiderstehlich lecker sind, dass es in dem Land sogar einen Feiertag für sie gibt: den „Kanelbullens Dag“ am 4. Oktober. Also: unbedingt ausprobieren, wenn Sie nach Schweden reisen!

Köttbullar und Prinzessinnentorte

Und es gibt noch mehr schwedische Spezialitäten. Köttbullar (Hackfleischbällchen), Gravad Lax (Lachs, mit Gewürzen, Salz und Zucker eingerieben und einige Tage im Kühlhaus gelagert) und „Janssons Versuchung“ (Auflauf aus Kartoffeln, Anchovis, Sahne und Zwiebeln) gehören zu den berühmtesten. Und falls Sie im Advent kommen, sollten Sie mal das Julbord, das Weihnachtsessen probieren. Es ist ein Buffett, das sich unter Leckereien biegt.

Auch eine Sünde wert: schwedische Blaubeersuppe, die grüne Prinzessinentorte (die es inzwischen auch schon in anderen Ländern gibt und die aus Kuchenteig, Vanillecreme, Konfitüre, Sahne und einem grünen Mantel aus Marzipan besteht), Ostkaka (ein schwedischer Käsekuchen, der gerne mit Früchten oder Marmelade serviert wird) oder die Smörgastarta, eine Butterbrottorte, die nicht nur eindrucksvoll aussieht, sondern auch sehr lecker ist.

Camping ist preiswert und sehr komfortabel

Eine schwedische Vorliebe kommt auch den Urlaubern zugute: die fürs Camping. Im Land gibt es schätzungsweise 450 Campingplätze, die meist peiswert und sehr komfortabel sind. Und oft genug an einem See liegen. Hinzu kommen 75.000 Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile und 9000 Ferienhäuser. Hinweis: In Schweden braucht man einen „Camping Key Europe“ (Kosten: 199 SEK pro Jahr, das sind 18,83 Euro).

Natürlich können Sie auch in Hotels und Pensionen übernachten. Besonders spektakulär:

  • das „Treehotel“ mit unzähligen unterschiedlichen Baumhäusern, von der „Biosphere“ über den mit Spiegeln bedeckten „Mirrorcube“ bis zum „Bird’s Nest“, das wie ein Vogelnest aussieht
  • und das Eishotel in Jukkasjärvi – es war das erste dieser Art weltweit und wird alljährlich im Herbst neu aufgebaut, mit Zimmern, die von Eisskulpturenkünstlern gestaltet werden.

Dazu kommen Zelte im Naturcamp, das Wellnesshotel Arctic Bath und ganz besondere Holzhuser mit großen Fenstern (weitere Tipps siehe hier)

Schweden und die Mücken

Klar, in einem Land mit so viel Natur gibt es natürlich auch Stech-Insekten. Nicht unbedingt mehr als bei uns, aber vor allem im Hochsommer können die Biester vor allem in Nordschweden schon sehr lästig sein. Am besten gehen Sie in eine Apotheke und besorgen sich ein einheimisches Mückenmittel (z.B. Mygga oder Djungelolja). Mit langer Kleidung und einem Moskitonetz vor dem Zelt haben Sie Ruhe. Und können sich auf die herrliche Landschaft konzentrieren, statt um sich zu schlagen!

So kommen Sie hin

Mit der Fähre (z.B. Scandlines ab Rostock und Puttgarden), mit dem Auto (ab Kopenhagen über die Öresundgrücke nach Malmö (sie ist mautpflichtig, Infos: www.oresundbron.com/de/Preise).

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