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Death Valley: Reise in den Backofen der USA

Death Valley: Reise in den Backofen der USA

Es gibt Landschaften, die so unwirtlich sind, dass man es kaum glauben kann. Eine davon ist das Death Valley in der Mojavewüste, die in Kalifornien (und zum kleinen Teil in Nevada) liegt. Das trägt seinen Namen wirklich zu Recht, denn es ist eines der heißesten Gebiete der Welt. 40 Grad sind hier keine Seltenheit. Aber diese Backofentemperaturen schrecken über 1,2 Millionen Menschen pro Jahr nicht ab, die endlose Wüstenlandschaft zu besuchen.

Death Valley: Ein Tal ohne Regen

Wenn es mal regnet, ist das ein Ereignis im Death Valley. Nur an zwei oder drei Tagen im Monat fallen ein paar Tropfen, aber längst nicht überall wird es nass. Meist ist es trocken bis staubtrocken – kein Wunder: Das Death Valley ist eine der trockensten Regionen der Welt. Umso erstaunlicher ist es, dass es hier trotzdem eine große Artenvielfalt gibt. Die Lebewesen müssen einiges aushalten: Im Schnitt wird es 27 Grad warm, aber die Unterschiede sind hoch: Im Januar und Februar ist es mit maximal 14 Grad am kühlsten, im Juli und August mit über 40 Grad am heißesten. Dass es so selten regnet, liegt daran, dass fünf Bergrücken die Regenwolken daran hindern, vom Pazifik ins Death Valley vorzudringen.

Sand und Fels, so weit das Auge reicht

235 Kilometer lang ist das Tal, das aus Felsformationen, riesigen Sanddünen und flachem Land besteht. Für die Menschen, die hier einst versuchten, dem Boden Gold und Silber zu entringen, war diese Aufgabe ein Kampf.   Und auch heute noch ist es im Death Valley gefährlich. An den Straßen stehen überall Schilder, die auf die extreme Hitze hinweisen. Und darauf, wie weit es bis zum nächsten Geschäft mit Getränken und Benzin ist. Das Wissen kann Leben retten: Man kann rechtzeitig für Nachschub sorgen und riskiert weder, irgendwo im Niemandsland mit leerem Tank stehenzubleiben, noch, dabei nichts zu trinken zu haben.

Salzige Sechsecke im Badwater Basin

Genug Benzin im Tank und möglichst viele Wasserflaschen gehören denn auch zu den wichtigsten Dingen, mit denen Sie sich bei einer Reise durchs Death Valley versorgen sollten. Auch eine funktionierende Klimaanlage ist mehr als zu empfehlen. Dann kann es losgehen durch das Tal. Und die Reise lohnt sich. Zu den Top-Attraktionen gehört das Badwater Basin. Das ist mit 85,5 Metern unter Meeresniveau der tiefste Punkt der USA. Wer zum Aussichtspunkt Dante’s View kommt, der staunt über die Sechsecke aus Salz, die es im Basin zu sehen gibt. Und fühlt sich wie im Backofen: Hier sind  Temperaturen von über 50 Grad nicht selten.

Ausblicke am Telescope Peak und dem Zabriskie Point 

Nach dem niedrigsten gehört auch der höchste Punkt zum Besuchsprogramm: Der Telescope Peak ist mit 3366 Metern der höchste des Nationalparks – von oben hat man eine tolle Aussicht. Und es gibt noch mehr Berge: etwa die Black Mountains, deren große Attraktion die Artist’s Palette ist – ein Gebiet, das in vielen Farben leuchtet. Die kommen von den unterschiedlich oxidierten Metallen, die es dort gibt.

Sehr weit gucken kann man auch am Zabriskie Point (Foto). Von dem Aussichtspunkt, nach dem auch ein Film benannt ist, kann man auf die baumlosen und sehr bizarren Felsgebilde der Amargosa Range sehen.

Wo der Teufel Golf spielt

Es gibt viele sehr originelle Namen im Nationalpark. Einige haben auch einen unheimlichen Klang: Etwa der Devil’s Golf Course. Das zerklüftete Salzgebiet sieht so aus, als könnte der Teufel dort Golf gespielt haben. Und am Charcoal Kilos haben Menschen mitgewirkt. Sie sind Überbleibsel aus der Zeit, als im Death Valley Kohle produziert wurde. Die halbrunden Steinhütten sind noch gut erhalten.

Erstaunlicher Artenreichtum

Eine der Top-Attraktionen des Tals allerdings ist die Natur. Auch wenn man es sich auf den ersten Blick nicht vorstellen kann: Hier gibt es 400 Tierarten von Eidechsen über Kojoten, Pumas bis Schlangen, außerdem über 1000 Pflanzenarten. Dazu gehören die Joshua-Palmlilie, die Kiefer und Salzkräuter, die im salzhaltigen Boden überleben können. Durchhaltewillen brauchen alle Pflanzen, denn es regnet, wie erwähnt, nur selten. Wenn es doch mal geschieht, beginnt die Wüste zu blühen: Diesen Anblick vergisst man nie.

Beste Reisezeiten für das Death Valley

In den Death Valley Nationalpark kann man ganzjährig kommen. Allerdings ist es im Sommer wegen der extremen Hitze nicht zu empfehlen. Die besten Reisezeiten sind Oktober bis April. Es gibt neun Campingplätze (einige sind im Sommer geschlossen), außerdem die Unterkünfte Furnace Creek Ranch and Inn, Stovepipe Wells und Panamint Springs. Für eine Kurzreise eignet sich das Death Valley nicht. Denn man braucht Zeit, diese gewaltige Landschaft wirklich in sich aufzunehmen. 

Death Valley – Infos

  • Anreise: Der California Highway 190 führt durch den Park. Anreise von Osten: Die U.S. Route 95 führt parallel zum Park, Abzweige gibt es an Scotty’s Junction (State Route 267), Beatty (State Route 374) und Lathrop Wells (State Route 373). Anreise von Westen: über die State Route 14 und U.S. Route 395 bis Ridgecrest, von dort auf der 178 weiter. Von Süden: Interstate 14 und State Route 127
  • Besuchszentren: Furnace Creek Visitor Center am Furnace Creek Resort, California Highway 190, geöffnet tgl. 8-17 Uhr). 
  • Parkeintritt: 30 Dollar für sieben Tage, gültig für alle Fahrgäste eines Autos
  • Infos: Tankstellen gibt es nur auf der Furnace Creek Ranch, im Stovepipe Wells Village und Panamint Springs Resort. Einkaufen: Furnace Creek Ranch General Store, kleine Geschäfte in Beatty und Shoshone. Fahren abseits der Straßen ist nicht erlaubt, Tiere müssen an der Leine geführt werden.
  •  Sicherheitshinweise: http://www.nps.gov/deva/planyourvisit/safety.htm
  •  Death Valley Nationalpark im Internet: www.nps.gov/deva
  • Hinweis: Aufgrund von Überflutungen, die im August 2022 nach ungewöhnlich heftigen Regenfällen auftraten, sind einige Straßen im Moment nicht passierbar. Infos finden Sie hier.

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