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Atemberaubendes Bauwerk: der Dom in Mailand

Atemberaubendes Bauwerk: der Dom in Mailand

500 Jahre dauerte der Bau des Doms in Mailand – kein Wunder, dass er so prachtvoll ist. Das Wahrzeichen der italienischen Stadt ist nicht umsonst eines der berühmtesten Bauwerke Europas. Ein Besuch ist Pflicht – und lohnt sich sehr. Infos für den Besuch finden Sie am Ende dieses Textes.

Dom in Mailand: Marmor und Pracht

Bauherr des Doms in Mailand war Herzog Gian Galeazzo Visconti, der eine leuchtende Kathedrale vor seinem geistigen Auge hatte, als er die Planungen übernahm. Ursprünglich sollte er die Baumaterialien der Vorgängerbauten für den Dom verwenden, doch der Bau, den er ab 1386 plante, war weiß. Und so bestellte er weißen Marmor. Auch bei seinen Entwürfen hielt er sich nicht zurück: Von einer dreischiffigen Kirche wechselte er zu einer fünfschiffigen, und beim Baustil ließ er sich von der aufkommenden Gotik inspirieren.

2000 Skulpturen und 135 Türmchen

Viele weitere Bauherren brachten sich mit ein in den Bau. Pellegrino Tibaldi plante eine Fassade im Stil der Renaissance, andere hielten es mehr mit der Gotik. Der Turm sorgte für ähnliche Diskussionen. Kein Wunder, dass es mehr als 500 Jahre dauerte, bis das Gotteshaus wirklich komplett fertig war.

Wer den Dom in Mailand heute betrachtet, sieht (wenn es ihm gelingt, einen nüchternen Blick zu bewahren) eine Kirche im für Italien ungewöhnlichen gotischen Stil – mit einer Fassade aus neugotischen und barocken Elementen. Mehr als 2000 Skulpturen und 135 spitz zulaufende Türmchen (sogenannte Fialen) schmücken die Wände des Doms, der nahe des nicht minder berühmten Opernhauses Scala und der Einkaufspassage Galleria Vittorio Emanuele Ii steht.

Grandiose Glasfenster

Auch innen finden sich Skulpturen von Heiligen oder Propheten, doch viele Besucher werden erst einmal von den atemberaubenden Glasfenstern aus dem 15. und 16. Jahrhundert abgelenkt,  die bei Sonne in allen Farben leuchten. Wer sich losreißen kann von dem Anblick, der schaut sich die Altäre aus dem 16. bis 19. Jahrhundert an, die Taufkapelle, die Sarkophage, die kreisförmige Krypta und den Domschatz. Und er braucht Zeit, um die vielen Details in sich aufzunehmen. Denn die Kirche beansprucht 11.700 Quadratmeter Platz – genug für 40.000 Besucher.

Drittgrößte Kirche der Welt

157 Meter lang und 109 Meter breit ist der Dom in Mailand, der nach dem Petersdom in Rom und der Kathedrale von Sevilla die flächenmäßig drittgrößte Kirche der Welt ist. Offiziell heißt das Bauwerk übrigens Duomo di Santa Maria Nascente, aber niemand nennt ihn wirklich so, und den meisten Besuchern fehlen ohnehin erst einmal die Worte, wenn sie vor dem Dom stehen. Mark Twain, der Mailand und den Dom 1887 besuchte, geriet bei der Erinnerung daran ins Schwärmen: „Welches Wunder ist er! So großartig, so ernst, so riesengroß! Und doch so fein, so luftig, so anmutig!“ Und luftig wirkt er tatsächlich – trotz seiner Größe.

Madonnina und die Flagge

Auffälliges Detail ist La Madonnina, die vergoldete Madonnenstatue, die auf dem achteckigen Vierungsturm des Doms thront und weithin sichtbar ist.  Neben ihr hängt – ebenso sichtbar – eine italienische Flagge. Wer die Madonnina und die aufwändig gestalteten Türmchen von nahem sehen möchte und ganz nebenbei noch eine gute Sicht auf Mailand genießen will, der sollte dem Dom aufs Dach steigen. Das kostet zwar Eintritt, aber der lohnt sich.

Beichten in vielen Sprachen

Etwa 10.000 Menschen kommen pro Tag in den Mailänder Dom, nur ein Zehntel davon betritt ihn, um zu beten. Für Gläubige gibt es neun Messen am Tag, sonntags sieben. Wer das Bedürfnis spürt, die Beichte abzulegen, kann dies in mehreren Sprachen tun. Eine andere Besonderheit des Doms ist eher weltlicher Natur: Auf der südlichen Seite sieht man in 24 Metern Höhe ein Loch im Dach – hier fällt zur Mittagszeit die Sonne ein und wandert auf einer Linie über den Fußboden. Diese Meridian-Linie, 1786 entstanden, zeigt mittags den Tag und das Tierkreiszeichen an.

Eindrucksvolles Glockengeläut

Wer den Dom besucht, sollte unbedingt warten, bis die Glocken läuten. Die haben einen Durchmesser von bis zu zwei Metern und hängen in einem Hohlraum zwischen dem inneren Gewölbe und der Außenwand. Übrigens werden nicht die Glocken, sondern die Schwengel bewegt. Musikalischer ist die Orgel des Mailänder Doms. Die ist mit 16.000 Pfeifen eine der größten der Welt und hat schon berühmte Hände auf sich gespürt: unter anderen spielte hier schon Johann Sebastian Bachs Sohn Johann Christian Bach.
Es versteht sich von selbst, dass kurze Hosen und Trägerhemden nicht die richtige Kleidung für den Besuch dieses Bauwerks sind. Und dass man angeregte Unterhaltungen im lauten Tonfall lieber auf später verschieben sollte. Beachten sollte man zudem, dass die Kirche bei religiösen Zeremonien für Besucher geschlossen werden kann.

Mailänder Dom – Infos für Besucher

  • Adresse: Piazza del Duomo, Mailand
  • Öffnungszeiten: tgl. 8-19 Uhr (letzter Einlass 18 Uhr)
  • Dommuseum mit Kirche San Gottardo: Di-So, 10-18 Uhr
  • Domterrasse:  täglich 9.00 – 19.00 Uhr
  • Besucherterrassen: täglich 9-23 Uhr (letzter Einlass 22.10 Uhr)
  • Archäologischer Bereich: tgl. 9-19 Uhr
  • Tickets: 3 Euro. Terrassen: Aufstieg mit Aufzug: 13 Euro; zu Fuß: 9 Euro;   Dom-Pass A (Terrasse mit Lift, Dom, Museum und San Giovanni alle Fonti): 16, erm. 8 Euro, Dom-Pass B (Terrasse zu Fuß, Dom, Museum und San Giovanni alle Fonti): 12, erm. 6 Euro
  • Online-Tickets: Eintrittskarten kann man online bestellen – mit dem Fast-Track-Ticket (25/erm. 13 Euro) kommt man ohne lange Wartezeit in die Kirche
  • Mailänder Dom im Internet: www.duomomilano.it/en

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