Ich bin ein Fan von Naturkosmetik. Immerhin geht es um meine Haut, und da möchte ich schon sicherstellen, dass in den Produkten nichts steckt, was ihr schaden könnte. Das Problem: Die meisten Menschen (ich eingeschlossen) kennen sich mit den Inhaltsstoffen nicht richtig aus. Zum Glück gibt es Siegel, mit denen echte Naturkosmetik gekennzeichnet ist.
Keine Tenside und Paraffine in Naturkosmetik
Es gibt viele Stoffe, die in Kosmetikprodukten stecken können. Dazu gehören Aluminiumsalze (Aluminium Chlorohydrate bzw. -Silicate), die vor allem in Deodorants enthalten sind. Aber auch Tenside, Paraffine, synthetische Lichtschutzfilter, Nanopartikel und Mikroplastik (Polyethylene, Nylon-6, Polyacrylat) und Duftstoffe sind verbreitet.
Auf diese Siegel können Sie sich verlassen
Zertifizierte Naturkosmetik ist frei von Chemie, synthetischen Düften, Mikroplastik, Silikonen und Paraffinen. Die Rohstoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau und auf Tierversuche wurde verzichtet. Die bekanntesten Siegel in Deutschland sind:
- Natrue (international) – es wurde 2007 gegründet, um eine eindeutige Definition für Bio- und Naturkosmetik zu entwickeln und damit Greenwashing zu vermeiden. Produkte mit dem Natrue-Siegel bestehen zu 100 Prozent aus natürlichen, naturnahen bzw. naturidentischen Inhaltsstoffen (etwa Pflanzenextrakte, ätherische Öle, naturnahe Stoffe wie Glycerin aus Pflanzen-Ölen und naturidentische Stoffe wie Pigmente). Gentechnisch veränderte Stoffe dürfen nicht enthalten sein. Eine Marke bekommt das Siegel nur, wenn 75 Prozent ihrer Produkte Natrue-zertifiziert sind.
- COSMOS Organic/COSMOS Natural: Dazu gehören BDIH (deutsch), Ecocert und Cosmebio (französisch), ICEA (italienisch) und Soil Association (britisch). Produkte bekommen das Cosmos-Organic-Siegel, wenn sie den Cosmos-Standard in allen Bereichen erfüllen und bei denen mindestens 95 Prozent der Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau kommen.
- Ecocert (1991 gegründet): Damit werden neben Kosmetikprodukten auch Wasch-, Reinigungsmittel und Raumdüfte zertifiziert. Ecocert gehört zu den Mitentwicklern des Cosmos-Standards
Es gibt auch Siegel, die von Unternehmen selbst vergeben werden. Das kann Greenwashing sein, aber manche Unternehmen verzichten aus Kostengründen auf die großen Siegel und halten die Richtlinien trotzdem ein. Schauen Sie bei solchen Produkten einfach auf die Inhaltsstoffe, um zu sehen, ob Standards erfüllt werden.
Der Begriff „Bio“ ist bei Kosmetik nicht geschützt
Das Siegel ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass ein Produkt wirklich Naturkosmetik ist. Es lohnt sich, auf die Verpackung zu schauen. Der Begriff „Bio“ sagt nichts aus, denn bei Kosmetik ist er nicht geschützt. Auch Bilder von Pflanzen oder der Hinweis auf enthaltene Pflanzenöle können irreführend sein. In solchen Produkten können trotzdem chemische Stoffe wie Paraffin oder Silikonöl enthalten sein. Das gilt auch für den Aufdruck „95 Prozent Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs“ – dieser Begriff ist irreführend, denn hier wird der Wasseranteil mitgerechnet (das ist erlaubt).
Es gibt auch günstige Naturkosmetik
Der Einwand, dass Naturkosmetik sehr teuer ist, stimmt nur halb. Tatsächlich gibt es Marken, deren Produkte eher im oberen Preissegment stehen. Aber Drogerie-Eigenmarken wie „Alverde“ (dm) sind günstig, und auch die Marke Benecos stellt preiswerte Produkte her (sie spart an Verpackungen). Von beiden Marken habe ich schon mehrfach Produkte gekauft und war immer sehr zufrieden damit.
Feine Produkte mit ätherischen Ölen
Was ich sehr mag, sind auch Produkte, in denen ätherische Öle oder Kräuterauszüge stecken. Sie pflegen nicht nur, sondern duften auch wunderbar. Lavendel gehört dazu, aber auch Rose oder Zirbelkiefer – die Düfte sind wie ein kleiner Urlaub.
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