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Wandern ist gesund – und noch viel mehr

Wandern ist gesund – und noch viel mehr

Wandern ist eine wunderbare Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen. Ich merke schon nach ein paar hundert Metern, wie Stress abfällt. Neue Studien zeigen jetzt sogar, dass Wandern so gesund ist, dass Ärzte es eigentlich verschreiben müssten. Falls Ihnen Ideen fehlen: Am Ende dieses Artikels stelle ich zwei sehr schöne neue Wanderbücher vor.

Darum ist Wandern gesund

Dass der Aufenthalt in der Natur gut ist für die Gesundheit, ist spätestens seit dem Boom des Waldbadens bekannt. Tatsächlich wirkt sich schon der Anblick des Grüns positiv auf Blutdruck, Puls und Muskeltonus aus. Bewegung in der Natur stärkt zudem das Immunsystem, senkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verbessert die Atmung, baut Stress ab und ist sogar hilfreich bei Depressionen.

Psychische Erkrankungen und Arbeitsunfähigkeit

Das unabhängige Camping- und Wandermagazin „BeyondCamping“ hat aktuelle Studien studiert und aktuelle Gesundheitszahlen angesehen: Bei 40,6 Prozent der berufsunfähigen Menschen sind psychische Erkrankungen die Ursache. Das geht aus der Debeka-Datenanalyse für 2020 hervor (Hinweis: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in dieser Analyse noch nicht erkennbar).

Heilmittel Natur

Zu einem ähnlichen Schluss kommt die DAK in ihrem Gesundheitsreport 2020, in dem sie Stress in der Arbeitswelt unter die Lupe genommen hat. Demnach entfällt mehr als die Hälfte (52,8 Prozent) der Fehltage auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, psychische Erkrankungen und Beschwerden des Atmungssystems. Psychische Erkrankungen gelten hierbei als besonders kostenintensiv. Hier kommt die Natur ins Spiel. Wandern ist sehr gesund: Es wirkt sich auf Muskeln, Atmung und Psyche positiv aus – warum also sollte es nicht als Heilmittel anerkannt werden?

Naturerlebnis auf Rezept in den USA

Andere Länder haben das schon erkannt. In den USA zum Beispiel fördern Krankenhäuser, Schulen und medizinische Zentren schon jetzt Naturerlebnisse, um Patienten mit psychischen Erkrankungen bei der Genesung zu unterstützen, erklärt Franziska Fried, Wander-Expertin bei BeyondCamping.de.

Wandern ist gesund: „Dose of Nature“ in England

Auf den Shetland-Inseln (Schottland) verschreiben Ärzte inzwischen häufig Naturrezepte. Sie enthalten Empfehlungen wie lange Spaziergänge, das Beobachten von Vögeln und das Basteln mit Naturmaterialien. In England wiederum gibt es das „Dose of Nature“-Rezept, das Hausärzte verschreiben: Dahinter verbirgt sich ein zehnwöchiges Programm, das Patienten die positiven Auswirkungen von Aufenthalten in der Natur nahebringt. Es verbindet Information, praktische Erfahrungen und Unterstützung durch speziell geschulte Guides. Jeder Patient stimmt mindestens drei bis vier individuellen Aufenthalten in der Natur zu, die die Termine mit den Guides ergänzen.

Aufenthalt in der Natur reduziert Stress  

Eine klinische Studie, an der u.a. Howard Frumkin vom Department of Environmental and Occupational Health Sciences an der Universität Washington beteiligt war, kam zum Schluss, dass der Kontakt zur Natur in engem Verhältnis zur menschlichen Gesundheit steht. So reduziere der Kontakt mit der Natur Stress, außerdem stärken mikrobielle Antigene das Immunsystem. Und es geht noch weiter: Meist bewegt man sich in der Natur mehr, genießt eine bessere Luftqualität als in Städten und der Aufenthalt im Grünen verbessert zudem den sozialen Zusammenhalt. Erkrankungen wie Diabetes können gelindert werden, ADHS-Symptome und Aggression verringern sich und der Blutdruck sinkt.

Kalorien verbrennen beim Wandern

Wandern ist gesund für Körper und Psyche, aber man kann damit auch ordentlich Kalorien verbrennen. Bis zu 350 pro Stunde sind drin, wenn es größere Höhenunterschiede gibt, sogar bis zu 555. Kein Wunder, dass es inzwischen auch schon Wanderkuren auf Rezept gibt, so Franziska Fried: In Garmisch-Partenkirchen zum Beispiel wird eine Heilklimatische Bewegungstherapie angeboten, die von Ärzten verschrieben und von Krankenkassen anerkannt werden kann.

Spannende Bücher für Wanderer

Eines sollte man aber nicht außer Acht lassen: Wandern macht auch richtig viel Spaß. In Deutschland und Europa gibt es unzählige herrliche Wanderwege. Ideen liefern zwei neue Bücher. „52 kleine & große Eskapaden in Deutschland – auf geht’s zum Wandern“ stellt 16 Routen im Norden, 17 in der Mitte und 19 im Süden vor. Der E10 auf Rügen zum Beispiel verbindet auf insgesamt 140 Kilometern Altefähr mit Kap Arkona. Er führt am Meer entlang, über Berge und wunderschöne Orte.

Das Grüne Band auf der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze gehört ebenfalls zu den beschriebenen Eskapaden. Vorgestellt wird der Teil, der durch die Rhön führt. Und es gibt noch mehr: Kennen Sie die Teufelsmauer im Harzvorland, die Externsteine in Ostwestfalen oder die winzige Kirche von Alt Placht zwischen Lychen und Templin in Brandenburg? Das sind alles Orte, die in dem sehr liebevoll gestalteten Buch vorgestellt werde.

Neben Erklärungen zu Besonderheiten an der Strecke gibt es Infos zur Anreise, zur besten Jahreszeit, zu Dauer und Etappenlängen, Ausrüstung und Einkehr. Zusammengetragen wurde alles von Reise- und Wanderbloggern und anderen Liebhabern des Aufenthaltes in der Natur. Das Buch ist bei Dumont erschienen, hat 240 Seiten und kostet 20 Euro.

Wandern ist gesund – auf Routen in Europa

Wenn es weiter hinaus gehen soll, ist „Legendäre Wanderrouten in Europa“ (Lonely Planet, 3154 Seiten, 29,95 Euro) eine gute Inspirationsquelle. Der großformatige Band versammelt 50 Reportagen zwischen Andalusien und dem Polarkreis und 150 weitere Ideen. Der GR 20 auf Korsika zum Beispiel ist mit 180 Kilometern Länge und 10.000 Höhenmetern eine Herausforderung auch für erfahrene Wanderer, aber gleichzeitig traumhaft schön. Auch der Kungsleden (Königsweg) in Schweden wird vorgestellt – eine Tour durch eine stille, wilde Landschaft. Auf Mallorca kann man die „Ruta de Pedra en Sec“ kennenlernen, die durchs Tramuntana-Gebirge führt, in den Pyrenäen auf dem „Chemin de la Liberté“ wandern oder in Wales Bahn-Fahren mit einer Wandertour verbinden.

Ergänzt werden die Reportagen durch „mehr davon“ – etwa weitere Bahn-Wandertouren, Karstwanderwege, Waldwanderungen oder italienische Küstenwege. Diese Artikel sind kürzer, aber auch sie machen Lust darauf, sofort die Wanderschuhe anzuziehen.

Ergänzt werden die Tourbeschreibungen durch allgemeine Informationen wie Start und Ziel, Länge, Anreise, Reisezeit, Ausrüstung, Unterkunft und Websites, die weiterführende Infos bieten. Und es gibt herrliche Fotos aus den Traumlandschaften. Wer die Bücher durchliest, geht nicht mehr nur los, weil Wandern gesund ist, sondern weil es auch ein kleines oder größeres Abenteuer sein kann!

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