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Antelope Canyon: Ein Kunstwerk der Natur

Der Antelope Canyon im US-Bundesstaat Arizona sieht ein aus wie ein riesiges Kunstwerk. Eine Ansammlung gigantischer Skulpturen, deren Form so meisterhaft ist, dass man staunen kann. Aber der Mensch hat seine Hände hier nicht im Spiel. Der Canyon ist aus dem Zusammenwirken von Sandstein, trockenem Klima, einem Bach und gelegentlichen Sommergewittern entstanden.

Die Farben des Antelope Canyon

Ein bisschen erinnern diese Felsen an Eiscreme, die mitten im Rühren in bizarren Formen erstarrt ist – mit roten, orangefarbenen und gelben Linien.

Ein überwältigender Anblick

Jeder, der den Antelope Canyon Tribal Park zum ersten Mal sieht, ist überwältigt und sprachlos. Denn es ist einer dieser Orte, an denen sich der Mensch winzig klein vorkommt. Vom Fuß des Canyons aus ragen die von hellen Linien durchzogenen Sandsteinfelsen scheinbar bis in den Himmel. Unten ist es schattig, und die bizarren Steine scheinen ihre Form immer wieder zu verändern.

Orange, Gelb, Rot und Lila

Da gibt es Nischen, in denen einzelne Sonnenstrahlen fallen. Und es gibt dieses Licht, das zwischen Orange, Gelb, Rot und einem intensiven Lila variiert. Wer mit dem Fotoapparat unterwegs ist (was unbedingt zu empfehlen ist), drückt unablässig auf den Auslöser.

„Der Platz, wo das Wasser durch Stein fließt“

„Tse‘ bighanilini“ nennen die Navajo-Indianer den oberen Teil des Canyons (Upper Antelope Canyon) – „Platz, wo das Wasser durch Steine fließt“. Der untere Teil wird Hasdestwazi genannt, „Spiral-Stein-Bögen“. Und beide Namen passen wunderbar. Im Gegensatz zu „Antelope Canyon“: Die Gabelantilopen, nach denen das Gebiet benannt wurde, gibt es nämlich schon lange nicht mehr. 

Ein Naturschatz auf Navajo-Land

Der Antelope Canyon, der nicht ganz auf halber Strecke zwischen Las Vegas und Denver liegt, ist neben Naturparadiesen wie den Everglades in Florida und dem Yellowstone Nationalpark eine der Top-Natur-Sehenswürdigkeiten der USA. Für die Navajo, denen das Land mit dem Canyon gehört, ist er ein heiliger Ort. Er ist kein Nationalpark, genießt aber einen ähnlichen Schutz.

 Die Entstehung der Schluchten

Die Amerikaner sagen „Slot Canyons“ zu den schmalen Schluchten, die sich im Antelope Canyon gebildet haben. Das „Bilden“ allerdings hat einige Millionen Jahre gedauert. Geholfen hat das Wetter in der Region. Der beinahe immer trockene Antelope Creek, der  gelegentlich nach Gewittern mächtige Sturzfluten bildet, starker Wind,,Staub und lange Trockenheit sind für die Entstehung verantwortlich. Die Staubpartikel wirken dabei wie Sandpapier, das den Felsen glatt schmirgelt. Wind und Wasser wiederum schufen die bizarren Formen.

Spektakulär: der Upper Antelope Canyon

Wie schon erwähnt, teilt sich der Antelope Canyon in den Upper und den Lower Canyon auf. Spektakulärer ist der obere Teil (etwa 400 Meter lang) – hier sieht man die meisten der bizarren Sandstein-Skulpturen. Fotografen kommen am liebsten zur Mittagszeit, wenn einzelne Sonnenstrahlen durch schmale Schlitze in die bis zu 44 Meter tiefe Schlucht fallen und die atemberaubenden Farbspiele verursachen.

Der Lower Canyon ist sehr schmal

Wer den Lower Canyon besuchen will, muss sich an einigen Stellen ganz dünn machen, denn an einigen Stellen muss man sich durch schmale Spalten zwängen. Und man kann die Schlucht nur über zwei Leitern erreichen. Wer hier fotografieren möchte, sollte vormittags oder am frühen Nachmittag kommen.

Die Indianer regeln den Besucherstrom

Besucher des Antelope Canyons müssen einige Regeln beachten. Weil er im Indianer-Reservat liegt, braucht man für das Betreten eine Erlaubnis („permit“) und darf die Canyons auch nur mit einem Tour-Guide betreten. Sogar die Aufenthaltsdauer ist begrenzt: Jeweils zwei Stunden darf man im Upper und Lower Canyon bleiben. Trotzdem kann es vor allem im Sommer sehr voll werden, wenn unzählige (Hobby-)Fotografen versuchen, die schönste Aufnahme der Felsformation zu bekommen.

Vorsicht, Regenfälle!

Obwohl das Gebiet meistens staubtrocken ist, kann es gelegentlich nach Regenfällen heftige Sturzbäche geben. Und die sind äußerst gefährlich – es sind schon Touristen tödlich verunglückt. Am größten ist die Gefahr im Sommer (zwischen Juli und September). Wenn Regen angesagt ist, können die Canyons aus diesem Grund kurzfristig für Besucher gesperrt werden.

Horseshoe Bend und Rainbow Bridge

Einige Abstecher lohnen sich, wenn man den Antelope Canyon besuchen will. Etwa zur Horseshoe Bend. An dieser Stelle kurz vor dem Ort Page macht der Colorado River eine hufeisenförmige Kurve. Der Anblick ist atemberaubend, ganz besonders im Sonnenuntergang oder bei dramatischem Himmel (Info: www.horseshoebend.com).

Genauso sehenswert  ist die Rainbow Bridge. Die ist mit 82 Metern Spannweite und 88 Metern Höhe die wohl höchste Naturbrücke der Welt. Für die Navajo-Indianer ist die Brücke ein Heiligtum, sie sehen sie als versteinerten Regenbogen. Aus diesem Grund sollte man das Monument nicht durchschreiten. Informationen gibt es im Büro der Navajo Nation.

Antelope Canyon: Infos

  • Anreise: Flughäfen: Municipal Airport in Page, Grand Canyon Airport in Tusayan und  Airport in Phoenix. Anfahrt mit dem Auto: ab Page auf dem Highway 89 bis zum Lake Powell Navajo Tribal Park Office (NPRD)
  • Eintritt: 8 Dollar (general admission), Kinder unter acht Jahren frei. Navajo Nation Backcountry Permit: 12 Dollar/Person – für Wanderungen und Camping innerhalb des Navajo-Gebietes (anfragen unter emyazzie@navajonationparks.org). Special Use Permits für Fotografieren/Filmen: für 1-3 Menschen 50 Dollar, danach 100 Dollar. Achtung: Wer ohne Permit fotografiert, zahlt anschließend 200 Dollar! Weitere Infos zu Öffnungszeiten und Eintritt
  • Öffnungszeiten der Eintritts-Station: Ende März-1. November, 8-17 Uhr; 2. November bis Anfang März 9-15 Uhr. Park Office: Mo-Fr, 8-17 Uhr. Bei Fragen: ac@navajonationparks.org
  • Antelope Canyon im Internet: navajonationparks.org

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