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Best in Travel 2021: „Lonely Planet“ zeichnet Nachhaltigkeit aus

Best in Travel 2021: „Lonely Planet“ zeichnet Nachhaltigkeit aus

Das Reisen hat sich aufgrund von Corona vollkommen verändert. Das hat auch die Redakteure des „Lonely Planet – Best in Travel“ dazu gebracht, den redaktionellen Ansatz des jährlich erscheinenden Bandes zu überarbeiten. In der Version 2021 geht es um Orte und Menschen, die Engagement für die Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Vielfalt zeigen. My little luxury stellt einige davon vor.

10 nachhaltige Gewinner im „Best in Travel” 2021

In der Kategorie „Nachhaltigkeit“ gibt es im „Best in Travel“ 2021 zehn Gewinner. Eine ist Soraya Abdel-Hadi, die den Blog „soraya.earth“ betreibt. Hier kümmert sie sich um Überlegungen, wie sich die Liebe zum Reisen mit dem Wunsch, die Umwelt zu schützen, vereinen lässt.

Ansichten einer Reise-Bloggerin

Die Britin hat das Ziel, ihren Lesern zu helfen, achtsamer zu sein in dem, was sie tun, und zu verstehen, dass individuelle Entscheidungen eine positive Auswirkung auf unseren Planeten haben. Wichtige Themen 2020 waren Wanderungen in ihrer Umgebung und Tipps für „Mikro-Abenteuer“, für die man keine weite Reise machen muss.

Wandern auf den Spuren von Dante Alighieri

Nächster Gewinner ist eine Wanderstrecke: der nachhaltige Wanderweg „Le Vie di Dante“ (die Dante-Straßen) zwischen Ravenna und Florenz in Italien. Es geht von der Grabstätte des Dichters Dante Alighieri in Ravenna über die Po-Ebene und den Apennin nach Florenz, durch traumhafte Landschaften in der Emilia-Romagna und der Toskana.

Die Strecke auf Dantes Spuren ist insgesamt 395 Kilometer lang und sie hat 20 Etappen. In Ravenna sollte man die Grabstätte des Dichters besuchen, der hier im Exil lebte und seine „Göttliche Komödie“ vollendete. Übernachten kann man in nachhaltigen Unterkünften etwa in Florenz, Brisighella und San Benedetto.

Hilfe für Berggorillas in Ruanda

Auch das nachhaltige Artenschutzprogramm in Ruanda bekommt die Auszeichnung. Es hat dabei geholfen, den vom Aussterben bedrohten wilden Berggorilla zu retten und außerdem neue Standards für den Schutz bedrohter Tierarten geschaffen. Ruanda ist klein, aber seine Landschaften sind atemberaubend. Die Gorillas leben im Bergwald und auf den Gipfeln des Virunga-Massivs, dessen Gipfel aus erloschenen Vulkanen bestehen.

Touristen unterstützen den Artenschutz

Nachhaltiger Tourismus soll dazu beitragen, Arten zu schützen. Die Einnahmen aus dem Vulkan-Nationalpark kommen den Gorillas zugute. Es gibt Projekte wie das Gorilla Guardians Village, in dem ehemalige Wilderer davon leben, ihre Geschichten zu erzählen, statt zu jagen. Neben Gorillas wurden in Ruanda (im Akagara-Nationalpark) auch Löwen und Spitzmaulnashörner wieder angesiedelt.

Karibik-Inseln kämpfen gegen den Klimawandel

Auch in der Karibik spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Kein Wunder: Die Region ist besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Vor allem die Inseln Antigua und Barbuda, die 2017 vom Hurrikan „Irma“ zerstört wurden, kümmern sich intensiv um ein nachhaltiges Leben. Auch sie gehören zu den Gewinnern beim „Best in Travel 2021“.

Nachhaltige Projekte

Kunststoff- und Styropor-Produkte wurden verboten und mit dem „Green Corridor“ entstand an der Südwestküste Antiguas eine Sammlung umeltfreundlicher Urlaubsorte, Hotels und Geschäfte. Sehenswert ist das Wallings Nature Reserve, der erste von Ehrenamtlichen betriebene Nationalpark. Und auf Barbuda kümmern sich die Menschen intensiv um den Schutz von Wildtieren. Im Codrington Lagoon Nationalpark zum Beispiel leben mehr als 5000 Fregattvögel. Das große Foto zeigt einen Traumstrand auf Antigua.

Umweltfreundlich reisen im Rocky Mountaineer

In Kanada wurde die Zugreise mit dem „Rocky Mountaineer“ ausgezeichnet. Bei den Zügen wurden die CO2-Emissionen reduziert, es gibt Projekte zum Schutz der lokalen Tierwelt und an Bord wird auf Recycling geachtet. Die Touren mit den Panoramazügen, die zwischen Vancouver und denNationalparks Jasper oder Banff verkehren, sind spektakulär. Nachts hält der Zug, damit man wirklich nichts verpasst.

Ein weiterer Artikel über Kanada

Regionale Produkte aus Griechenland

Nächster Gewinner beim Lonely Planet „Best in Travel” ist Griechenland, das als nachhaltigen Feinschmecker-Reiseziel ausgezeichnet wird. Es gibt unzählige Märkte für Bioprodukte, eines der besten Olivenöle überhaupt, bestes Gemüse – und dazu kommt eine sehr herzliche Gastfreundschaft. Bei geführten Touren etwa mit Kalymnos Experience lernt man viel über einheimische Kräuter, und später kehrt man in einer der vielen Tavernen ein, die meist Produkte aus der Region verwenden. Ein Tipp: die Taverna Vakhos nahe Delphi: Das Restaurant ist plastikfrei und setzt auf Zero Waste.

Rad-Abenteuer im Süden der USA

Auch Radreisen gehen nachhaltig. Das zeigt der im „Best in Travel 2021“ ausgezeichnete „Virginia Mountain Bike Trail“ im Süden der USA. Er ist fast 800 Kilometer lang und geht entlang der Blue Ridge Mountains, besteht aus Schotterstrecken und Gratwanderwegen und ist ziemlich herausfordernd. Ein Teil der Strecke gehört zum berühmten Appalachian Trail.

Eco-Lodge mit Blick auf Löwen und Nashörner

Nachhaltig wohnen in herrlicher Natur kann man in der Grootberg Lodge auf dem Etendeka-Plateau in Namibia, dem nächsten Gewinner. Wer hier eine Unterkunft bucht, unterstützt die Bemühungen zum Schutz der Löwen und Spitzmaulnashörner. Die Lodge besteht aus natürlichen Materialien und wird mit Sonnenenergie betrieben. Der Energieverbrauch ist minimal. Hinzu kommt, dass hier 70 Jobs entstanden sind – einige ehemalige Wilderer wurden zu Naturschützern. Der Weitblick von der Lodge aus ist ein Traum, und die Chance, seltene Tierarten zu sehen, ist groß. 

Nachhaltiges Inselparadies: Palau

Ein touristischer Geheimtipp und dazu ein sehr nachhaltiges Ziel ist das Archipel Palau, das im Pazifischen Ozean liegt – 576 Inseln mit traumhaften Sandstränden. Die Inselgruppe in Mikronesien tut viel für den Schutz der Umwelt und verdient deshalb ebenfalls eine Auszeichnung im „Best in Travel 2021“. So entstand hier das erste Haischutzgebiet der Welt – 80 Prozent des Meeresgebietes rund um die Inseln sind geschützt. Die Südliche Lagune der Rock Islands ist seit 2012 Weltnaturerbe. Urlauber unterzeichnen das „Palau Pledge“, einen sozialen Vertrag, mit dem sie sich dazu verpflichten, sich auf den Inseln ökologisch verantwortungsvoll zu verhalten.

Göteborg – Schwedens grüne Metropole

Nummer zehn ist Göteborg, das als nachhaltiges Städteziel ausgezeichnet wurde. Schwedens zweitgrößte Stadt hat das Ziel, bis 2030 von fossilen Brennstoffen unabhängig zu sein. Schon jetzt sind 95 Prozent der Hotels grün zertifiziert, 65 Prozent des öffentlichen Nahverkehrs werden mit erneuerbaren Energien betrieben und die meisten Restaurants tragen Ökosiegel. Wer hier Urlaub macht, kann sogar nachhaltige Mode kaufen. Unbedingt besuchen sollte man die Sauna, die auf Stelzen über dem Wasser steht und deren Umkleidekabinen aus 12.000 recycelten Flaschen bestehen.

Gewinner in der Kategorie „Gesellschaft“

In der Kategorie Gesellschaft wurden soziale Stadttouren (Invisible Cities in Großbritannien), soziale Unterkünfte (in Kasachstan), sozialer Zusammenhalt (auf den Färöer-Inseln), soziale Revitalisierung (in Medellin/Kolumbien), soziales Trekking (Tesfa-Tours in Äthiopien), ein soziales Rekultivierungsprogramm (in Australien) und eine soziale Stimme (sehr eindrucksvoll: Hesham Moadamani von den Refugee Voices Tours in Deutschland – darüber gibt es demnäcsht einen eigenen Blogeintrag).

Weitere Gewinner: ein sozialer Laden (das Footprint Café in Siem Reap/Kambodscha), ein soziales Projekt (Burren EcoTourism Network in Irland) und soziale Einblicke (Georgette Jupes Blog „Girl in Florence“ in Italien.

Auszeichnungen für Vielfalt

Auch Vielfalt wird diesmal ausgezeichnet : Der Lonely Planet Best in Travel 2021 stellt besondere Menschen und Orte vor: Gabby Beckford als „aufstrebende Stimme“ (die Autorin des Blogs Packs Light hat das Young Traveler’s Network aufgebaut und die Black Travel Alliance mitbegründet), Costa Rica als barrierefreies Reiseziel, die Kanarischen Inseln als generationenübergreifendes Reiseziel, die beste indigene Küche in Hikai (Wellington/Neuseeland) und Jeff Jenkins als „Stimme der Inklusion“ (der Gründer des Blogs Chubby Diaries schreibt über Reisen als Schwergewicht).

Weitere Gewinner in der Kategorie des „Best in Travel“ 2021:  „Wheel the World“ als Methode für barrierefreies Reisen, Karl Krause und Dean Colijn als Stimme für LGBTIQ (auf der Seite Couple of Men inspirieren die Reiseblogger schwule und lesbische Reisende), wenig erforschte Geschichte (die Gullah und Geechee der Sea Islands – zwei Volksgruppen auf Inseln im Südosten der USA haben ihr kulturelles Erbe erhalten können), kulturelle Vielfalt (in San Diego/Kalifornien) sowie Einzigartige Gastfreundschaft (in Amman/Jordanien).

„Best in Travel 2021“: Leser dürfen mitbestimmen

Beim Lonely Planet Best in Travel 2021 dürfen erstmals auch die Leser mitstimmen. Bei den Reader’s Choice Awards kann jeder seinen Favoriten nominieren. Auch hier soll es um Menschen, Orte oder Projekte gehen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen oder für Vielfalt bzw. soziale Gemeinschaft stehen. Die Gewinner werden im Januar 2021 bekannt gegeben. Hier kann man mitmachen.

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