Haben Sie schon mal etwas von der „End of Summer Sadness“ gehört? Das ist die melancholische Stimmung, die manche Menschen befällt, wenn der Sommer zu Ende geht. Vorbei sind die Zeiten, in denen man mit T-Shirt und Shorts unterwegs sein konnte. In denen die Sonne so warm und der Wind so mild war. In denen man im Café auf der Terrasse sitzen und am See die Füße ins Wasser tauchen konnte. Im Nachhinein fühlt sich der Sommer immer an wie ein Traum. Da ist es egal, ob es wie in diesem Jahr auch häufig kühl und regnerisch war.
„End of Summer Sadness“: Habe ich den Sommer wirklich ausreichend genutzt?
Die Melancholie hat auch damit zu tun, dass wir das Gefühl haben, die schönste Zeit des Jahres doch nicht ausreichend genutzt zu haben. Warum haben wir nicht doch noch ein weiteres Mal an dem schönen Strand gelegen, ein Riesen-Eis genossen oder eine Radtour gemacht? Und wäre es nicht noch schöner gewesen, wenn wir noch ein paar milde Abende im Biergarten verbracht hätten?
Wärme und Leichtigkeit, bitte bleibt noch ein Weilchen!
Wahrscheinlich kommen Ihnen einige dieser Gedanken bekannt vor. Ein bisschen trifft es uns alle. Wir möchten uns von der Wärme und der Leichtigkeit nicht verabschieden und den warmen Mantel und die Mütze gern noch ein paar Wochen im Schrank lassen. Dass es kühler, grauer und früher dunkel wird – auch das stimmt uns melancholisch. Tatsächlich spüren viele Menschen den Wetterumschwung auch emotional. Psychologen beschreiben das Gefühl als eine Mischung aus Dankbarkeit und Verlustgefühl. Vielleicht ein bisschen so wie am letzten Urlaubstag.
Zum Glück ist die „End of Summer Sadness“ nur eine Verstimmung. Und es gibt einiges, was wir dagegen tun können. Denn es gibt auch ganz logische Erklärungen: Wenn es früher dunkel wird und wir weniger Tageslicht bekommen, verschiebt sich unsere innere Uhr. Dadurch geraten Antrieb und Stimmung durcheinander.
Das können Sie gegen die melancholische Stimmung tun
Viele Menschen ignorieren das Gefühl. Dabei empfehlen Psychologen, es zuzulassen als etwas, das mit dem Wechsel der Jahreszeiten zusammenhängt. Klar, wir können nichts daran ändern, dass der Sommer zu Ende geht und es dunkler und kühler wird. Aber wir können dazu stehen, dass uns das mit Wehmut, mit „End of Summer Sadness“, erfüllt. Und dann etwas tun, damit es uns in den folgenden Wochen und Monaten gut geht.
Tipp 1: Licht aufnehmen
Dazu gehört, so viel Licht wie möglich aufzunehmen. Vor allem am Morgen und am Vormittag sollten Sie sich dem Tageslicht aussetzen. Mediziner raten, gleich nach dem Aufstehen 20 bis 30 Minuten lang helles Tageslicht aufzunehmen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie dafür ins Freie gehen. Andernfalls können auch Tageslichtlampen helfen, die gegen Winterdepression eingesetzt werden. Sie sollten eine Stärke von 10.000 Lux haben und UV-arm sein.
Tipp 2: Bewegung
Vielleicht treiben Sie schon Sport – das ist auf alle Fälle gegen „End of Summer Sadness“ und melancholische Stimmung hilfreich. Am besten ist Bewegung im Freien, denn dort bekommen Sie zusätzlich Licht ab. Laufen, Walking, Radfahren, Wandern: Was immer Ihnen Spaß macht, ist geeignet. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, sich pro Woche 150 Minuten moderat oder 75 Minuten intensiv zu bewegen. Auch wenn Sie wenig Zeit haben, sollten Sie Sport fest in Ihren Tag einplanen.
Tipp 3: Für ausreichend Ruhe sorgen
Ein Tagesrhythmus mit festen Aufsteh- und Schlafenszeiten ist hilfreich. Manche Menschen schwören morgens auf Lichtwecker, die sie sanft aus dem Schlaf holen. Probieren Sie einfach mal aus, ob das etwas für Sie ist. Nach Feierabend dürfen Sie es ruhig angehen lassen. Beenden Sie Ihre letzte Mahlzeit des Tages mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen und lassen Sie auch zwischen Sport und Schlaf etwas Zeit. Moderates Training können Sie noch eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen machen, aber intensiverer Sport spät am Abend kann das Einschlafen verzögern. Das zeigt eine Studie.
Dimmen Sie abends das Licht an Computer und Smartphone-Display, damit kein blaues Licht das Einschlafen behindert.
Tipp 4 gegen „End of Summer Sadness“: Reframing
Vielleicht haben Sie schon mal etwas von Affirmationen gehört. Damit können Sie negative in positive Gedanken umwandeln. Das wirkt tatsächlich, aber Sie müssen es üben, um es zu verankern. Psychologen sprechen von „Reframing“, also davon, einer Sache einen neuen „Rahmen“ zu geben. Statt „Jetzt wird alles kalt und dunkel“ können Sie sich sagen: „Ich nutze den Herbst, um endlich häufiger wieder… (Beispiele: … ein Buch lesen/in die Sauna gehen/Plätzchen backen/eine Weiterbildung machen usw.). Herbst und Winter sind auch Zeiten des Rückzugs, und das muss nichts Negatives sein. Die gemütliche Teestunde mit Freunden oder der Familie oder der Sauna-Abend tun der Seele einfach gut.
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