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Winter im Harz – ein Schneemärchen

Winter im Harz – ein Schneemärchen

Auch wenn es andernorts im Winter gerade eher grün ist: Auf dem höchsten Gipfel des Harzes sind die Chancen auf eine weiße Pracht sehr hoch. Hier oben knirscht der Schnee unter den Stiefeln, Eismuster zieren Wegweiser und Zäune und aus Bäumen werden urige Schneemänner mit gekrümmtem Rücken. Auch unterhalb des Berges geht es (meist) winterlich zu.

Winter im Harz: Mit der Bahn auf den Brocken

Ein rumpelndes Keuchen, das „Tatatata“ der Räder auf den Schienen und ein lautes Pfeifen kündigen sie schon von weitem an: Die Brockenbahn gehört aus gutem Grund zu den Hauptattraktionen am Brocken. Auch wenn sie eher ein gemächliches Tempo hat, ist man mit ihr am schnellsten oben auf dem Gipfel. Und im Winter auch am wärmsten. Unterwegs hat man genug Zeit, die verschneite Landschaft in ihrer ganzen Pracht wahrzunehmen. Wem das zu wenig aktiv ist, der kann den Gipfel natürlich auch zu Fuß erklimmen. Ein sehr schöner Wanderweg startet in Torfhaus.

Der Weg ist teilweise ganz schön steil, er lässt sich aber gut bewältigen. Ohne feste Wanderstiefel und eine dicke Wintermütze sollten Sie allerdings nicht aufsteigen, denn hoch oben ist es nicht nur stürmisch, sondern auch richtig kalt. Dafür kann man bei schönem Wetter von oben weit in alle Richtungen schauen – herrlich! 

Loipenspaß in vielen Längen

Skilangläufer im Harz

Skilangläufer im Harz F.: Harzer Tourismusverband/ D. Kühne

Im Winter ist der Harz auch ein tolles Ziel für Skilangläufer. Die Auswahl an Loipen in allen Längen und Schwierigkeitsstufen ist groß. Besonders reizvoll ist die Tour auf dem Acker. Die Loipe verläuft von der Stieglitzecke (hier gibt es an der B242 einen Parkplatz) über die Hanskühnenburg und zurück über den Reittier. Sie ist leicht bis mittelschwer trotz einer Gesamtsteigung von stolzen 1500 Metern und insgesamt etwa 16 Kilometer lang.

Für Einsteiger lohnt sich die Mühlenbergloipe. Sie ist 3,6 Kilometer lang und hat eine Gesamtsteigung von 50 Metern. Start und Ziel ist am Parkplatz Tischlertal an der Straße L 504. Gut trainiert sollten Sie für den Rundkurs Tischlertalloipe sein. Die Runde ist 10,6 Kilometer lang und ist mit ihrer Gesamtsteigung von immerhin 200 Metern und dem Streckenverlauf ziemlich anspruchsvoll. Start und Ziel ist am Parkplatz Tischlertal an der Straße L 504.

Hinweis: Nicht alle Loipen sind ständig gespurt. Weitere Loipen finden Sie hier.

 

Spannende Abfahrten

Nicht nur Skilangläufer kommen im Winter im Harz auf ihre Kosten. Es gibt im Oberharz auch viele gute Pisten. Zu den bekanntesten gehören der Matthias-Schmidt-Berg in Sankt Andreasberg. Hier gibt es Höhenunterschiede von 80 bis 140 Zentimetern und Schwierigkeitsgrade zwischen leicht (1,2 Kilometer), mittel (einen Kilometer) und schwer (ebenfalls einen Kilometer).Bei ausreichendem Schnee gibt es mittwochs, freitags und samstags Flutlicht-Skifahren. Nach dem Sport können Sie in der Matthias-Baude einkehren.

Auch der 870 Meter hohe Sonnenberg ist ideal für Abfahrtski. Die Pisten sind leicht (1,8 Kilometer), mittel (1,2 Kilometer) und schwer (0,6 Kilometer), insgesamt gibt es vier Lifte. Freestyler können sich im Funpark mit A-Frame-Box, Flat-Box, Soft-Box, zwei Rails und Kicker austoben.

Zu empfehlen sind auch das Ski Alpinum Schulenberg mit 0,2 Kilometern leichter, 1,9 Kilometern mittelschwerer und 0,6 Kilometern schwerer Piste und einem Funparkbereich und der Rinderkopf in Torfhaus mit 0,4 Kilometern mittelschwerer Piste, einem Schlepplift und einem Höhenunterschied von 80 Metern.

Die wichtigsten Skiorte: Torfhaus (Schlepplift), Großer Sonnenberg (drei Schlepplifte), Kleiner Sonnenberg (Schlepplift), Sankt Andreasberg (zwei Doppelsesselbahnen, zwei Schlepplifte), Schulenberg (vier Lifte), Hahnenklee (sechs Lifte), Clausthal-Zellerfeld (Schlepplift), Braunlage (zwei Lifte), Wurmberg (Lifte und Seilbahn), Altenau (Schlepplifte).

Rodelhänge für Kinder

Für Kinder ist der Harz im Winter ein Paradies. Nicht nur, weil sie die herrlichsten Schneemänner bauen können. Es gibt vor allem viele Rodelhänge in den unterschiedlichsten Längen. 

Zu den bekanntesten gehören die Rodelbahnen in Altenau (neben dem Skigebiet „Auf der Rose“, 300 Meter lang), in Torfhaus (mit Rodellift „Brockenblick“ und Flutlichtanlage), Sankt Andreasberg (300 Meter lang, mit Flutlichtanlage und Beschneiungsanlage), im Skigebiet Sonnenberg, in Wildemann (am Spiegelbad im Spiegeltal, 862 Meter lang), in Clausthal-Zellerfeld (an der Spiegelthaler Straße, 241 Meter lang), in Buntenbock (am Ziegenberg, 220 Meter lang) und in Schulenberg (Rodelwiese hinter dem BSW-Heim im Skigebiet Schulenberg).

Auch Snow-Tubing wird im Harz angeboten. Hier geht es auf modifizierten LKW-Schläuchen den Berg hinunter – mit Gurt zum Befestigen am Lift. In Sankt Andreasberg gibt es gleich neben der Rodelwiese eine Abfahrt (Hinweis: Aufgrund von Corona wird die Anlage in dieser Saison nicht geöffnet).

Wandertouren mit Stiefeln und Schneeschuhen

Im Harz gibt es unzählige Wanderwege. Im Winter haben sie ihren ganz eigenen Reiz, denn sie werden nicht geräumt und man kann bei einigen der erste sein, der Spuren in den Schnee tritt. Das ist anstrengend, aber ein Riesenspaß. Wichtig sind gute Wanderstiefel mit Profil. Die Wege sind gut ausgeschildert. Es gibt Rundtouren, man kann aber auch einzelne Etappen des Harzer Hexenstieges gehen. 

Ohne Wanderstiefel geht es aber auch – mit Schneeschuhen. Diese Schuhe sehen ein bisschen aus wie Skateboards und sorgen mit ihren großen Aufsetzflächen dafür, dass man im hohen Schnee nicht versinkt. Wege braucht man deshalb eigentlich nicht (auch wenn Sie daran denken sollten, dass Sie im Nationalpark auf den Wegen bleiben müssen). Und hat mit der anfangs ungewohnten Bewegungsart bald richtig Spaß. Wenn Sie im Winter im Harz sind, können Sie Schneeschuhe teilweise auch ausleihen. Der Schneeschuh-Wanderweg in Hahnenklee zum Beispiel ist etwa zwei Kilometer lang. Beim Skiverleih „Seasons“ in der Rathausstraße 6 kann man sich Schneeschuhe ausleihen. Weitere Winterwanderwege, die für Schneeschuhe geeignet sind, finden Sie hier.

Winter im Harz: Tierische Begegnungen

Rehe, Wildschweine und Hirsche sind scheu und halten sich von Menschen lieber fern. Aber im Winter haben Sie bessere Chancen, Wildtiere zu sehen. Denn es gibt Wildfütterungsstellen, die gut einsehbar sind, ohne dass die Tiere gestört werden. An der (zurzeit geschlossenen) Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus gibt es regelmäßig Wildtierfütterungen. Sie finden mittwochs, freitags bzw. sonnabends statt. 

Auch am Waldgasthof Molkenhaus bei Bad Harzburg gibt es Wanderungen zur Wildfütterung. Der Weg vom Bad Harzburger Kurpark an der Talstation der Burgberg-Seilbahn und zurück ist knapp sieben Kilometer lang. Infos zur Strecke finden Sie hier. Weitere Adressen: die Marienteichbaude (Adresse: Marienteichbaude 1, An der B4 in Bad Harzburg) und die Waldgaststätte Bahnhof Stöberhai (Waldhaus 1 in Wieda).

Wichtig: Aufgrund von Corona kann es sein, dass einige der Angebote zurzeit nicht oder zu eingeschränkt nutzbar sind.

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